Theater und Orchester Heidelberg
Foto Werner Dupuis (Ausschnitt)

Sigune von Osten

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Die Sängerin, Musikkünstlerin, Komponistin und Produzentin Sigune von Osten hat sich von Anbeginn ihrer Karriere für die Musik und Kunst des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart entschieden und setzt sich dafür mit allen Facetten ein. Zunächst waren es die Klassiker der Moderne Arnold Schönberg, mit dessen Tochter sie befreundet ist, Alban Berg, Anton Webern, Paul Hindemith, aber auch Erik Satie und Edgar Varèse. Dann kamen die persönlichen Begegnungen und die Arbeit mit den international bedeutenden zeitgenössischen Komponisten wie John Cage, Olivier Messiaen, Luigi Nono, Giacinto Scelsi, Cristobal Halffter, Krzystof Penderecki bis hin zu Aufträgen und Uraufführungen der jungen Avantgarde. Sie sang über 100 Ur- und Erstaufführungen und gastierte als Solistin auf den bedeutenden internationalen Festivals wie Donaueschingen, Salzburg, Wien, Berlin, Paris, Venedig, Lissabon, Madrid, St. Petersburg, Tokio. Sie sang mit großen internationalen Orchestern u. a. Orchestre de la Suisse Romande / Genf, Orchestra di Santa Cecilia / Rom, Tschechische Philharmonie / Prag, Orchestre National de France / Paris, Residentie Orkest / Den Haag, Radioorkestret / Kopenhagen) und an den Opernhäusern in Stuttgart, Wiesbaden, Paris, Madrid, Lissabon, Rio de Janeiro. Konzertreisen, Rundfunk- und Fernsehaufnahmen führten sie durch Europa, die USA, nach Südamerika, Japan und kürzlich nach China und Myanmar.

Für das künstlerische Schaffen von Sigune von Osten war John Cage, der wohl innovativste Komponist des 20. Jahrhunderts und Philosoph, ein Meilenstein und Inspirator. Seine grafische Partitur von Aria für Stimme solo und ihre alle Norm sprengende Umsetzung durch die junge Sängerin Sigune von Osten bildete den Anfang ihrer internationalen Karriere. John Cage’s Ausspruch »Ich verstehe gar nicht, warum Menschen Angst vor neuen Ideen haben, ich habe Angst vor den alten« machte sich Sigune von Osten zum Wahlspruch für einen nimmer endenden Weg zu stets neuen Entdeckungen, Erfindungen und Ufern. Sie kennt keine Berührungsängste. Bereits in den Siebziger Jahren sang sie ein Cross Over Konzert mit der Rockband Deep Purple und arbeitete später mit Jazzmusikern wie den Schlagzeugern Jan Fabre und Günter Baby Sommer. Ihre Musikkunstprojekte, die KompoVisionen, wie sie sie nennt, sind Genre übergreifend: sie realisiert ihre Projekte mit ihrem multikulturellen, audiovisuellen ART POINTensemble aus Musikern unterschiedlichster Prägung, Akteuren, Tänzern und bildenden Künstlern. Sie setzt bei ihren vielfältigen Musikkunstprojekten Amateure neben die Profis wie z. B. einen Tai Chi Verein oder eine Skatergruppe und stellt auch einen Extrachor aus Arbeitssuchenden per Annonce zusammen. Die KompoVistin Sigune von Osten lässt sich inspirieren durch den Anlass, die Architektur und die Bestimmung des Ortes, arbeitet mit ihren Mitwirkenden installativ, nutzt Architektur, Raum und individuelle Fähigkeiten der Ausführenden und kreiert daraus ein Gesamtkunstwerk, eine KompoVision. Das Ergebnis ist eine einmalige Momentaufnahme, die unvergesslich sich ins Gedächtnis prägen soll.
(Text: Art Point)

2012|13

Künstlerische Leitung Musicircus