Theater und Orchester Heidelberg
Foto Sebastian Bühler

Zinnure Türe

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Die Schauspielerin und Regisseurin Zinnure Türe wurde 1981 in Tettnang als Tochter türkischer Gastarbeiter geboren. Im Alter von drei Jahren zog sie mit ihrer Familie in die Türkei, wo sie aufwuchs und 1999 bis 2008 ihr Bachelor-Studium der Stadtplanung an der Yildiz Technischen Universität sowie 2009 bis 2012 ihren Master in Schauspiel an der Kadir Has Universität absolvierte. 2011 war sie Praktikantin beim Almancı Festival am Ballhaus Naunynstrasse in Berlin. Sie lebt und arbeitet in Istanbul, spielt in Theaterstücken, Fernsehproduktionen sowie in dem Spielfilm »Tuzdan Kaide/The Pillar of Salt« von Burak Çevik, der 2018 im Berlinale Forum, beim Istanbul Film Festival und beim Ankara Film Festival zu sehen war. Zudem unterrichtet sie mit den Schwerpunkten Storytelling und Viewpoints. 2018 spielte sie Theater in »Light Theory« auf dem A Corner in the World Festival in Istanbul, 2017 war sie Teil der Performance »Helva« auf dem 13. Sharjah Biennal-BAHAR in Istanbul sowie der Storytelling-Performance-Serie »Seasons«. Mit der Produktion »Isn`t It?« des Studio4istanbul war sie 2013 unter anderem beim Festival Theaterformen in Hannover, beim Festival Premières in Karlsruhe, 2012 bei der Internationalen Theaterwerkstatt in Braunschweig und beim 17. International Istanbul Theatre Festival eingeladen. Seit vier Jahren ist sie Teil der Gruppe ProjeDifüzyon, für die sie auch als Regisseurin arbeitet, unter anderem inszenierte sie »Tevatür – The Rumour«, mit dem sie 2017 auf dem Türkiye Reloaded Festival in München und dem Sabanci Museum Performance Festival zu Gast war. Für das Theater und Orchester Heidelberg entwickelt sie basierend auf Recherchen ein eigenes Theaterprojekt mit dem Titel »Zwischenraum (Istanbul – Heidelberg)«, das sie auch inszenieren wird. Zinnure Türe beschäftigt sich mit der türkischen Lebenswirklichkeit und reflektiert Themenfelder wie die Rolle der Frau in einer patriarchalen Gesellschaft, staatliche Einflussnahme auf Stadtentwicklung sowie Flucht und Migration kritisch. Aktuell ist eine öffentliche künstlerische Auseinandersetzung mit diesen Themen in der Türkei mit Repressionen verbunden.