Theater und Orchester Heidelberg

1. Philharmonisches Konzert

Igor Strawinsky Der Feuervogel – Suite 1919
Aaron Copland Konzert für Klarinette, Streicher, Harfe und Klavier
Antonín Dvořák Symphonie Nr.9 e-Moll »Aus der Neuen Welt«

Dvořák und Copland. Der eine Tscheche, der andere New Yorker. Der eine 1841, der andere 1900 geboren. Und doch verbindet beide ihre Suche nach einer genuin amerikanischen Musiksprache.
Dvořák, dessen 9. Symphonie von der New York Times nach der triumphalen Uraufführung als »Studie nationaler Musik« bezeichnet wurde, notierte zur Zeit ihrer Entstehung: »Die Amerikaner erwarten große Dinge von mir, vor allem soll ich ihnen den Weg ins gelobte Land und in das Reich der neuen, selbstständigen Kunst weisen, kurz, eine nationale Musik schaffen!« Auch wenn er in seiner wohl bekanntesten Symphonie keine amerikanischindianische Folklore zitiert hat, gilt das Werk durch die bewusste Reflexion folkloristischer Traditionen als »amerikanische Symphonie« schlechthin.
Auch Copland war zeitlebens mit der Suche nach einem eigenständigen nationalen Klangidiom befasst. In seinem Klarinettenkonzert, vom großen Benny Goodman in Auftrag gegeben, gelingt ihm dies durch die Einbeziehung von Elementen aus der Jazzmusik.
Ähnlich wie Coplands Musik zeichnet sich auch das Werk Strawinskys durch raffinierte kombinatorische Zusammenfügung kleiner musikalischer Bausteine aus. Mit seinem Feuervogel-Ballett begründete der Kosmopolit aus St. Petersburg 1910 seinen weltweiten Ruhm als Klangzauberer.

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Pressestimmen

  • Rhein-Neckar-Zeitung, Matthias Roth, 21.09.2012

    Der (…) neue GMD (…) scheint für dieses Konzert vor allem sein rhythmisches Talent in die Waagschale geworfen zu haben. Und so gerieten der »Höllentanz« und das Finale bei Strawinsky besonders überzeugend. (…) Anders bei Aaron Coplands Konzert für Klarinette, Klavier, Harfe und Streicher von 1948, wo Sacha Rattle (…) als Bläsersolist im langsamen ersten Satz mit unsagbar weichem, rundem Lyrikton betörte. Die philharmonischen Streicher passten sich dieser Vorlage perfekt an und leuchteten in vollem Sound, der die Klarinette auf sanften Klangwölkchen trug. Hier gelang Kamdzhalov das Ideal eines magischen Moments ohne Umschweife. (…) Dvořáks Neunte Sinfonie (»Aus der Neuen Welt«) zeigte nach dem expressiven Rhythmiker und dem lyrischen Klangmagier den romantisch impulsiven Herz- und Bauchmusiker: Kamdzhalov spannte dabei den Bogen von der Alten zur Neuen Welt mit großen dirigentischen Gesten und noch mehr Emotionen (…).

  • Mannheimer Morgen, Stefan M. Dettlinger, 21.09.2012

    Und so gibt es am Ende, wenn Dvořáks Sinfonie »Aus der Neuen Welt« alle Dissonanz abschüttelt, sich in ein helles und Freiheit verheißendes E-Dur wendet und friedlich ausklingt, auch lautstarken Jubel und heftigen Applaus (…). (…) Mit dem »Feuervogel« gelingt Kamdzhalov eine sehr konzentrierte und spannende Interpretation, die von höchster Dynamik und messerscharfen Klangperspektivenwechseln gekennzeichnet ist. Und Coplands (…) Konzert für Klarinette, Streicher, Harfe und Klavier wird von Sacha Rattle und dem Orchester in feiner Abstimmung gespielt, ja sogar mit einem bewundernswerten Sinn für den Einsamkeit ausdrückenden Klang, den Kamdzhalov teils fast passiv wie aus dem Nichts entstehen lässt. Das ist, wenn schon nicht umwerfend, so doch sehr vielversprechend.