Theater und Orchester Heidelberg

1. Philharmonisches Konzert Evolution: Kosmos

Henryk Mikołaj Górecki Symphonie Nr. 2 op. 31 »Kopernikanische«
Gustav Mahler Symphonie Nr. 1 D-Dur »Titan«

Gustav Mahlers 1. Symphonie mit dem Titel Titan entstand in den Jahren 1885 bis 1888 in Kassel und Leipzig. Der Titel bezog sich auf den gleichnamigen Roman Jean Pauls. Mahler zog ihn allerdings später zurück. Die Symphonie zeigt bereits alle Charakteristika, die für den späteren Symphoniker Mahler von Bedeutung sind. Zu nennen sind die zur Monumentalität tendierende Großform, eine Art Innendramaturgie, die auf das Finale hinführt und die Einbeziehung großer Teile volkstümlicher Musik. Auch die abrupten Wechsel von glühender Expressivität, Groteske und Ironie sowie die Großbesetzung des Orchesters zählen dazu. Kühne Klänge schafft auch Henryk Mikołaj Górecki in seiner 2. Symphonie – einem ebenfalls monumentalen Werk für Sopran, Bariton, Chor und Orchester, das der polnische Komponist im Jahr 1972 zum 500. Geburtstag des Astronomen Nikolaus Kopernikus schrieb. War Góreckis Klangsprache zuerst von experimentellen Spiel- und Satztechniken geprägt, wendete er sich ab den 1960er-Jahren spätromantischen  Ausdrucksmitteln zu, entdeckte Volksmusikwendungen, modale Mittel sowie den Kirchengesang neu für seine Kunst. So bilden Psalmen und Auszüge aus Kopernikus’ Hauptwerk »De revolutionibus orbium coelestium« (Über die Umschwünge der himmlischen Kreise) die textliche Grundlage seiner Kopernikanischen Symphonie.

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Pressestimmen

  • zum 1. Philharmonischen Konzert

    »Ein viel versprechender Saisonstart«, lautet das Fazit von Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (20.09.2013). Besonders die Interpretation von Mahlers Erster Sinfonie hinterließ bei ihm Eindruck: »Yordan Kamdzhalov zeigte sich hier als ebenso konzentrierter wie entspannter Mahler-Interpret, der eine perfekte Balance hielt zwischen lustig zeichnender Drastik und philosophischem Tiefgang«, der Dirigent habe für die Sinfonie den »genau richtigen Tonfall gefunden« und sich als »herausragender Mahler-Dirigent« erwiesen. Auch die Leistung des Orchesters findet Anerkennung: »Die Heidelberger Philharmoniker musizierten herrlich unangestrengt, genauso locker wie aufmerksam. Musikantisch traten die Solisten hervor, von den Flöten und Oboen bis zur Tuba, von der Violine bis zu Horn, Trompete, Kontrabass oder Schlagzeug. Die Streicher insgesamt entwickelten Geschmeidigkeit, die sieben Hörner satte Brillanz. Vor allem das sehr fein tarierte und flexibel gehandhabte Rubato machte diesen Mahler zu etwas Besonderem.«