Theater und Orchester Heidelberg

2. Philharmonisches Konzert

Jean Sibelius Finlandia − Symphonische Dichtung op.26
Edvard Grieg Konzert für Klavier und Orchester a-Moll op.16
Carl Nielsen Symphonie Nr.2 op.16 »Die vier Temperamente«

Nordische Musik oder nordischer Klang – eine schwer zu greifende Kategorie.
Der Finne Sibelius reflektierte in einer Vielzahl seiner Kompositionen die nordische Epenwelt und suchte mit seinem Schaffen eine eigene Musikästhetik und -kultur zu etablieren. Mit der Tondichtung Finlandia schuf er dem aufkommenden Nationalismus in seiner − zum Russischen Reich gehörenden − finnischen Heimat einen bedeutenden Identifikationspunkt.
Auch im Werk von Grieg spielt die Frage nach kultureller Identität, nach einem nationalen Musikstil, eine wichtige Rolle. Das Klavierkonzert des von Franz Liszt geförderten Komponisten ist in vielerlei Hinsicht an romantische Vorbilder, vor allem an Robert Schumann, angelehnt; doch greift er verstärkt melodische Floskeln aus der Folklore oder norwegische Tanzrhythmen auf und gibt dem beliebten Instrumentalkonzert einen ganz eigenen, volkstümlichen Ton.
Ganz anders Carl Nielsen: Der dänische Komponist wandte sich von der sogenannten »Skandinavischen Schule« ab und entwickelte in seinen Symphonien eine prägnante, persönliche Tonsprache. In seiner 2. Symphonie »Die vier Temperamente« ordnet er jedem Satz gemäß der antiken Temperamentenlehre einen psychologischen Zustand beziehungsweise ein Charaktermerkmal zu.

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Pressestimmen

  • Rhein-Neckar-Zeitung, Rainer Köhl, 19.10.2012

    Überlegen, ruhig und klar dirigierte Panula diese Musik, und die Philharmoniker musizierten eingebungsvoll und mit Sinn für das Dramatische und Emotionale. Drahtige Streicher und prächtige Bläser schufen ein herbes nordisches Klangbild, prägnant konturiert in den kontrapunktischen Verflechtungen, sonor in den homophonen Kraftakten. (…) Mit weitem Atem und rubatoreichem Tempogefühl breitete die lettische Pianistin diese Seelenklänge aus, in den Verdichtungen mit vibrierender Emotion befeuert. Neben dem innig Lyrischen musizierte sie immer mit hellwacher Aufmerksamkeit für das Rasante und intensiv Leidenschaftliche. Dabei ging sie eingebungsvolle Dialoge mit dem Orchester ein.