Theater und Orchester Heidelberg

2. Philharmonisches Konzert Evolution: Tanz

Maurice Ravel Ma mère l’oye. Suite für Orchester
Francis Poulenc Konzert für 2 Klaviere d-Moll FP 61
Zum 50. Todestag des Komponisten

Robert Schumann Symphonie Nr. 4 d-Moll op. 120

Für die Kinder eines befreundeten Ehepaars schrieb Maurice Ravel fünf poetische Klavierstücke: Ma mère l’oye. In ihnen spielgelte sich seine Liebe zu dem kindlichen Fantansie- und Vorstellungsbereich wider, der mit Märchen- und Tiergestalten bevölkert ist. Der Titel ist der ersten Märchensammlung von Charles Perrault aus dem Jahr 1697 entlehnt. Erst später instrumentierte Ravel seine naiv-raffinierte Klaviersuite zu einer farb- und formenreichen Ballettmusik, die Atmosphäre und Gestalten von Perraults Märchenwelt in faszinierenden musikalischen Charakteren darzustellen vermag. Mit einer Melodie, die an ein Kinderlied gemahnt, beginnt auch das Konzert für zwei Klaviere des vor 50 Jahren verstorbenen Francis Poulenc. Entstanden 1932 hat es Maurice Ravels kurz zuvor uraufgeführtes Klavierkonzert in G-Dur zum Vorbild und ist laut Poulenc ein »poetisches Spiel mit dem Porträt Mozarts«. Erst zehn Jahre nachdem er sie komponiert und mehrfach überarbeitet hat, veröffentlicht Robert Schumann seine 4. Symphonie. Das Werk ist in seiner heroischen Grundstimmung das Gegenstück zur Frühlingssymphonie und besticht durch seinen »experimentellen« Charakter. Schließlich hat der Komponist in keiner anderen Symphonie die Form mit solcher Freiheit behandelt.

Pressestimmen

  • zum 2. Philharmonischen Konzert

    Von einem »begeisterten Publikum« berichtet Simon Scherer in der Rhein-Neckar-Zeitung (18.10.2013), das die Solisten des Philharmonischen Konzerts erst nach drei Zugaben von der Bühne ließ, zuvor hätten die beiden Pianisten bei Poulencs Konzert in d-Moll »gleichzeitig mit einer unglaublichen Leichtigkeit und Unbeschwertheit ihre Finger über die Tasten tänzeln« lassen: »Das Klavierduo Aglika Genova und Liuben Dimitrov versteht sich bestens darauf, zwischen solch unterschiedlichen Stimmungsfeldern zu changieren, mit ihren so fein akzentuierten Schlägen in den Flügel, mit ihren wie aus einer anderen Welt zu einem dringenden Trillern und nicht zuletzt mit der enormen Vitalität ihres Spiels.« Elemente des Tanzes fand der Kritiker nicht nur bei der Interpretation von Ravels Suite sondern auch bei Schumanns vierter Symphonie: »Mit sichtlicher Freude« habe John Carewe den Tanz am Pult aufgegriffen »und ließ seine Geigen galant in die Höhen schnellen. Es schien, als würde er den ganzen Klang des Orchesters persönlich in seinen Händen halten, ihn zuweilen entweichen lassen, aber ebenso schnell auch wieder einfangen. Zuletzt geriet Carewe richtig in Aufbruchstimmung, die Philharmoniker zogen mit und begaben sich in rasante Steigerungen, zu denen sie mit grazilen Tanzbewegungen immer wieder eingeladen wurden. Diesem Strom folgte auch der Applaus des Publikums, für Schumann, für den Dirigenten und natürlich für das Heidelberger Orchester.«