Theater und Orchester Heidelberg

3. Philharmonisches Konzert Evolution: Leidenschaft

Richard Wagner Siegfried-Idyll
Alban Berg Lulu-Suite
Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 1 C-Dur op. 21

Als Erinnerung an die Zeit, in der Richard Wagners Sohn Siegfried geboren wurde und Wagner selbst die Schlussszene des Siegfried komponierte – an die glückliche, leidenschaftliche Zeit in Triebschen –, entstand 1870 das Cosima gewidmete Siegfried- Idyll. Ein einsätziges Orchesterwerk, das nahezu alle Themen aus dem dritten Teil des Zyklusʼ Der Ring des Nibelungen mit dem Titel Siegfried enthält, und das als Wagners einziger Beitrag zur Gattung der »symphonischen Dichtung« bezeichnet werden kann. Weniger idyllisch geht es zu in Alban Bergs Lulu-Suite für Koloratursopran und Orchester. Der von den Nazis verfemte Komponist schafft in fünf Teilen einen Einblick in seine Oper Lulu. Berg ging es darum, viele Facetten der rätselhaften und verführerischen Gestalt Lulus darzustellen, dem Mittelpunkt eines Reigens von magisch zu ihr hingezogenen Personen. Das Besondere: die Sätze IV und V, die Berg für die Suite vorausinstrumentierte, sind die einzigen völlig fertiggestellten Teile des dritten Aktes der Oper, der von dem Komponisten nicht mehr ausgearbeitet werden konnte. Noch stark an seinen Vorbildern Haydn und Mozart ist Beethovens sinfonischer Erstling orientiert. Uraufgeführt im Jahr 1800 findet der Satz seines Mäzens, des Grafen Waldstein, Bestätigung: »durch ununterbrochenen Fleiß erhalten Sie Mozarts Geist aus Haydns Händen«.

Pressestimmen

  • zum 3. Philharmonischen Konzert

    »Was für ein Sound!« beginnt Matthias Roth seine Rezension in der Rhein-Neckar-Zeitung (22.11.2013) und berichtet von einem »Fest für Klangenthusiasten«: Beethovens 1. Sinfonie mit »bemerkenswertem Klang«; in Wagners Siegfried-Idyll, »fein differenziert« gespielt, gelänge es dem Philharmonischen Orchester unter Cornelius Meister, »aus feinstem Pianissimo heraus ein vielfarbig tönendes Gemäle zu zaubern«; auch Bergs Lulu-Suite sei ein »Klangereingnis« mit »höchst dramatischer Zuspitzung« gewesen, dabei vergäße der Dirigent, der sich als »phänomenaler Berg-Interpret« zeige, »bei aller Komplexität und Vielschichtigkeit nie das Musizieren selbst: Selten erschien Bergs Werk so ausgemacht tänzerisch und musikalisch eloquent (…) dabei aber äußerst doppelbödig«. Auch das Philharmonische Orchester präsentiere sich hier »auf dem Gipfel seiner Kunst«. »Großer Jubel« am Ende des Konzerts.

    Auch Eckhard Britsch erlebte einen »ausgezeichneten Gastauftritt« des Dirigenten und schreibt im Mannheimer Morgen (22.11.2013), das Siegfried-Idyll sei eine »Liebeserklärung« an Wagner gewesen: »In kammermusikalischer Durchlichtung werden Intimität und Zuwendung in rücksichtsvoll austariertem Fluss zum feinen Leuchten gebracht.« Beethovens 1. Sinfonie habe der Dirigent zu »apollinischer Aura« verholfen, »überschäumend« und doch mit »Behutsamkeit« interpretiert: »Die Musik ist der Star, sie wird differenziert ausmodelliert und mit fein ausbalancierten Klanggewichten versehen.« In Bergs Lulu-Suite wiederum lege Meister ein »musikalisches Kontrastprogramm auf«, zeige »irisierend-expressive Stimmungen«; Lulus Arie: »exzellent und intensiv« gesungen von Julia Novikova. Zum Schluss des Konzerts: ein »beglücktes Publikum«.