Theater und Orchester Heidelberg

4. Kammerkonzert

Franz Danzi Quintett g-Moll op. 56 Nr. 2
Johannes Brahms Sonate für Klavier und Violine Nr. 2 A-Dur op. 100
Antonín Dvořák Streichquartett F-Dur op. 96 (arrangiert für Bläserquintett)

Franz Danzi, 1763 in Mannheim geboren, ist Wegbereiter der musikalischen Romantik. Als 15-Jähriger kam er als Cellist in das Hoforchester. Zwei Jahre später wurde er Korrepetitor am Hoftheater. Neben seinen musikalischen Studien erhielt Danzi eine umfassende Allgemeinbildung, arbeitete danach als Schriftsteller an der Münchener Kunstzeitschrift »Aurora« und der Leipziger »Allgemeinen musikalischen Zeitung«. Im Mittelpunkt seines reichen musikalischen Schaffens stand vor allem die Oper. Hinzu kamen noch kirchliche Kompositionen wie Messen, Oratorien und Kantaten sowie Instrumentalwerke für Klavier, Konzerte und Sinfonien. Franz Danzi setzte auch als Dirigent Maßstäbe. Seine Favoriten: Mozart und Carl Maria von Weber, mit dem er befreundet war und den er kompositorisch beeinflusste. Danzi starb 1826. Das Quintett op. 56 besticht besonders durch Individualität der Einzelstimme, aber auch durch immer neue Klangkombinationen und eine erfindungsreiche Stimmführung und -schichtung.
Die A-Dur-Sonate aus der Feder von Johannes Brahms entstand 1886 – parallel zur Komposition der 4. Symphonie. Das Hauptthema des ersten Satzes erinnert auf deutliche Weise an das Preislied aus Richard Wagners Meistersingern, das Seitenthema gibt dem Satz schließlich etwas Ekstatisches.
In Amerika, genauer im Dorf Spillville, schrieb Antonín Dvořák 1893 das F-Dur-Quartett. Der böhmische Komponist verbrachte dort mit der Familie nach dem New Yorker Großstadttrubel seinen Sommerurlaub – und verarbeitete seine Natureindrücke auf musikalisch dichte wie leichte Art und Weise.