Theater und Orchester Heidelberg

4. Philharmonisches Konzert Evolution: Natur

Christian Jost Taipei Horizon
Christian Jost Der Zaubergarten – Concertino für Violine und Kammerorchester
Ludwig van Beethoven Symphonie Nr. 6 F-Dur op. 68 »Pastorale«

Christian Jost ist der Komponist für Heidelberg 2013|14 und Taipei Horizon und Der Zaubergarten sind die Werke, die in der Neckarstadt zur Aufführung gelangen. Taipei Horizon entstand im Auftrag des Taiwan National Symphony Orchestra und des Nederlands Philharmonisch Orkest und wurde 2012 in Amsterdam uraufgeführt. Das Stück vermittelt die inspirierende Atmosphäre, die Jost als »Composer in Residence« während zwei Sommermonaten in Taipeh erlebte – eine faszinierende Zeit, geprägt von asiatischer Lebensart, Hochtechnisierung und tropischer Natur. Zauberei, Magie, Mythen und Legenden sind die großen Themen barocker Opern und gleichzeitig Ausdruck der Sehnsucht jener Zeit, sich durch die Illusion der Oper dem Fantastischen hingeben zu können. Hierin findet Christian Jost eine Parallele zur Gegenwart, die ihn zu einer Auseinandersetzung mit Stoffen und Gesten alter Musik veranlasst. Im Zaubergarten als Concertino für Violine und Kammerorchester durchlaufen vier Sätze die unterschiedlichen Formen »Alter Musik«, um sie aus heutiger Perspektive unverbraucht und »magisch« erscheinen zu lassen. Den Ausklang bildet Beethovens 6. Symphonie. Ihr legt der Komponist als Vorläuferin späterer Programmmusik Eindrücke eines Menschen in der Natur zugrunde: »Pastoral-Sinfonie oder Erinnerungen an das Landleben«, nennt er dann auch bei Drucklegung sein 1808 entstandenes Werk.

Pressestimmen

  • zum 4. Philharmonischen Konzert

    Für die Rhein-Neckar-Zeitung (20.12.2013) besuchte Matthias Roth das 4. Philharmonische Konzert und erlebte zunächst mit Taipei Horizon ein »emotional aufwühlendes«, »tönendes Naturgemälde« mit »sehr bildhafter, plastischer Musiksprache«. Angetan zeigt sich der Kritiker von der Leistung des Solisten in Josts Der Zaubergarten: »Der Konzertmeister der Heidelberger Philharmoniker, Thierry Stöckel, übernahm den Solopart und formte ihn zu innigem Seelengesang. Bewundernswert seine geigerische und musikalische Kompetenz, die ganz zum Tragen kamen. Sein Ton ist prägnant und dabei vielfarbig schattiert, sein Instrument spricht und singt. Es setzte sich auch ohne dickes Vibrato leicht über den wuselnden orchestralen Untergrund. Eine beeindruckende künstlerische Leistung des seit 1989 in Heidelberg wirkenden Franzosen.« In der Beethoven-Symphonie habe der Dirigent auf »klangliche Effekte wie die zauberhaften Vogelrufe« oder die »Wetterkapriolen« gesetzt, hier »traten vor allem die Holzbläser und Hörner des Philharmonischen Orchesters bravourös hervor«.