Theater und Orchester Heidelberg

5. Philharmonisches Konzert

Anton Webern Fünf Stücke für Orchester op.10
Gustav Mahler Fünf Lieder nach Gedichten von Friedrich Rückert
Franz Schubert Symphonier Nr.9 C-Dur D944

Erst spät fand Franz Schuberts Symphonie D 944 die nach neustem Forschungsstand seine achte ist, die ihr gebührende Anerkennung. Denn diesen »dicken Roman in vier Bänden«, wie Robert Schumann sie nannte, hatte jener erst einige Jahre nach Schuberts Tod 1828 in dessen Nachlass entdeckt. Der Fund war sensationell – denn zum ersten Mal gelang es einem Komponisten, aus dem Schatten Beethovens herauszutreten und eigene Wege zu beschreiten. In einem enthusiastischen Aufsatz schwärmte Robert Schumann: »Hier ist, außer meisterlicher Technik der Komposition, noch Leben in allen Fasern, Kolorit bis in die feinste Abstufung, Bedeutung überall, schärfster Ausdruck des einzelnen, und über das Ganze endlich eine Romantik ausgegossen.« Symphonien und Orchesterlieder: das sind Gustav Mahlers Gebiete. Im Jahr 1901 begann er an dem Zyklus Fünf Lieder nach Texten zu Friedrich Rückert zu arbeiten – in seiner Sommervilla am Wörthersee. Später erst instrumentierte er sie. Die Rückert-Lieder zeigen Mahler als Komponisten, der Wort und Ton besonders gefühlvoll und sensibel zusammenführt. Wenig teilt er mit über seine Lieder – bezeichnend aber ist der Satz: »Es ist Empfindung bis in die Lippen hinauf.« Die aphoristisch kurzen Fünf Stücke für Orchester op.10 aus dem Jahr 1913 von Anton Webern eröffnen das Konzert mit Wiener Komponisten.