Theater und Orchester Heidelberg

6. Philharmonisches Konzert Evolution: Ekstase

Richard Wagner Ouvertüre zur Oper »Tannhäuser«
Robert Schumann Konzert für Violoncello und Orchester a-Moll op. 129
Claude Debussy La Mer. Drei symphonische Skizzen für Orchester, L 109

Zwischen Venus und Elisabeth: Mit der Figur des Tannhäuser griff Richard Wagner die Legende vom Minnesänger auf, der im Zwiespalt zwischen heiliger und gottloser Liebe existiert und wiederum nur durch Liebe Erlösung erfährt – ein Motiv, das sich in vielen Werken Wagners findet. Die Ouvertüre zur romantischen Oper Tannhäuser aus dem Jahr 1845 entfernt sich von der üblichen Sonatenform und führt klanggewaltig die gegensätzlichen Motivgruppen ein, die der Handlung entsprechen: die weihevolle Sphäre des Pilgergesangs und die heidnisch-sinnliche Welt des Venusbergs. Im September 1850 zog Robert Schumann von Dresden nach Düsseldorf, um dort die Nachfolge Ferdinand Hillers als Städtischer Musikdirektor anzutreten. Zu den ersten Kompositionen, die er dort anfertigte, gehört das Cellokonzert a-Moll. Fertiggestellt war es vier Jahre später – und Schumann hat bis kurz vor seinem Selbstmordversuch daran gearbeitet. Die drei miteinander verbundenen Sätze weisen auf eine Auseinandersetzung mit dem klassischen Konzerttypus hin – ganz im Sinn von Schumanns romantischer Kunstauffassung, die die Sehnsucht nach idyllischer Vergangenheit widerspiegelt. Ekstatische Naturgewalten im Schlussteil des Konzerts: ein Musterbeispiel des frühen musikalischen Impressionismus ist Claude Debussys 1905 in Paris uraufgeführte symphonische Dichtung La Mer. Morgengrauen bis Mittag auf dem Meer, Spiel der Wellen, Dialog zwischen Wind und Meer – hier lässt der Komponist in »drei symphonischen Skizzen« die Elemente klingen.

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