Theater und Orchester Heidelberg

8. Philharmonisches Konzert Evolution: Gott

Pēteris Vasks Tālā gaisma – Fernes Licht
Anton Bruckner Symphonie Nr. 9 d-Moll WAB 109 Finale: Aufführungsfassung von Samale-Phillips-Cohrs-Mazzuca

Als Auftragskomposition der Salzburger Festspiele entstand 1996|97 – fünf Jahre nach der Loslösung der Baltischen Staaten von der Sowjetunion – Pēteris Vasksʼ erstes Violinkonzert Fernes Licht. Auf eine bessere Welt in der Ferne, die erst zu erahnen ist, weist der Titel des Werks. Inspiriert hat den lettischen Komponisten unter anderem das Wiedersehen mit dem Freund aus Kindertagen: dem berühmten Geiger Gidon Kremer. Und so verarbeitet Pēteris Vasks nicht nur die jüngere Vergangenheit, sondern auch Kindheitserinnerungen in Passagen aufgewühlter expressiver Ausbrüche, die immer wieder zur Ruhe und Harmonie zurückkehren. Eine suggestive Musik ist entstanden, die teilweise von lettischen Volksweisen geprägt ist und in der allein drei Kadenzen zu gestalten sind, die hohe Anforderungen an die Virtuosität des Solisten stellen. Anspruchsvoll für Musiker und Hörer ist auch die 9. Symphonie Anton Bruckners. Bis zu seinem Tod im Jahr 1896 versuchte der schwerkranke Komponist verzweifelt, den Finalsatz zu vollenden. »Nun widme ich der Majestät aller Majestäten, dem lieben Gott, mein letztes Werk und hoffe, dass er mir so viel Zeit schenken wird, dasselbe zu vollenden.« Der Wunsch des tief religiösen Komponisten blieb jedoch unerhört. Die Symphonie ist Fragment geblieben – ihre Wirkung durch Harmonik und Instrumentation aber weist weit ins 20. Jahrhundert hinein.

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