Theater und Orchester Heidelberg

8. Philharmonisches Konzert

Johann Sebastian Bach Die kunst der Fuge BWV 1080 Orchesterfassung von Ichiro Nodaira
Anton Bruckner Symphonie Nr.5 B-Dur WAB 105

Gestern Kunst der Fuge gehört. Herrlich! Ein Werk, das bisher für Mathematik gehalten wurde. Tiefste Musik!« – schreibt Alban Berg 1928 an seine Frau Helene nach einem Konzert in Zürich. Die Kunst der Fuge – ab 1742 entsteht Bachs polyphones Meisterwerk, es wird nie fertig werden. Die Ziele, die sich der Komponist setzte, waren hoch. Zeit, sie zu lösen, hat Bach nicht mehr gefunden. Geschaffen hat er Modellkompositionen: Fugen mit bis zu vier Themen, Fugen, deren Themen spiegelbildlich gleich sind, Fugen als Kanon – die ganze Welt des Kontrapunkts. Teile aus dem Fragment gebliebenen Zyklus hat der japanische Komponist Ichiro Nodaira transkribiert und für Orchester arrangiert: eine reizvolle Fassung mit viel Instrumentenwechsel, herben Klängen und musikalischem Wohlklang. Als »kontrapunktisches Meisterstück« bezeichnete rund 120 Jahre später Anton Bruckner seine 5. Symphonie. Damit spielte er vor allem auf die kunstvolle Doppelfugen-Konstruktion des Finalsatzes an. Und wegen der reich quellenden Erfindung, der Vielgestaltigkeit des Ausdrucks und der fast schon sakralen Musik, trägt die B-Dur-Symphonie auch den Beinamen die »Fantastische«.