Theater und Orchester Heidelberg

Abends am Fluss / Hochwasser

Zwei Opern von Johannes Harneit

Libretti von Gero Troike

In deutscher Sprache, Abends am Fluss mit deutschen Übertiteln

Mit der Uraufführung im Doppelpack lädt das Musiktheater zu einem doppelten Vergnügen. Im ersten Teil zaubert die große Opernmaschinerie eine abendliche Flusslandschaft auf die Bühne, die auch das Fließen der Zeit in Klänge und Bilder umsetzt. In diesem Kontinuum der Reflexion ist es kein Zufall, wenn historisch bekannte Archetypen angeschwemmt werden, die unaufhörlich deutsche Familiengeschichten erzählen: der strenge Großvater, die mütterliche Frau, das Wunderkind, der schlafende Hund, ein linker und ein rechter Spitzel. Die Zeiten wandeln sich, doch manches scheint immer gleich zu bleiben. Der Komponist Johannes Harneit erzählt den Fluss als eine leicht zu entschlüsselnde Metapher für eine Naturgewalt, die von unserer modernen Zivilisation ständig benutzt und gefährdet, niemals aber vollständig gezähmt wird. Der Strom inspirierte ihn zu einer kraftvoll fließenden Musik, die den Hörer sinnlich und körperhaft einhüllt und in den Bann zieht. Im Kontrast dazu bildet der intimere zweite Teil eine Art Satyrspiel. Voller Spaß an den Absurditäten des Alltags belauschen wir die Unterhaltungen zweier Koffer im Keller, die das Hochwasser auf die weiteste Reise ihres Lebens mitnimmt.
Der international begehrte Meisterregisseur Peter Konwitschny gab die Werke nach dem sensationellen Erfolg seiner politisch engagierten Nono-Inszenierung Al gran sole in Auftrag und wird sie mit seiner überbordenden szenischen Fantasie auf die Bühne bringen.

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Abends am Fluss


Hochwasser


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Abends am Fluss/Hochwasser

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Begeistert zeigt sich Jörn Florian Fuchs in seiner Rezension für den Deutschlandfunk (Sendung »Kultur heute«, 07.02.2015): »Auf den Punkt gebracht: Dieses Operndoppel ist sinnlich, verstörend, amüsant, betörend, unterhaltsam, provokant. Besser geht’s nicht!« Den vollständigen Beitrag können Sie hier nachhören.

     

    »Tu felix Heidelberg!« ruft Detlef Brandenburg in der Deutschen Bühne (Online, 07.02.2015) aus. Dass Peter Konwitschny »zwei ziemlich anspruchsvolle Opern« ausgerechnet in Heidelberg zur Uraufführung gebracht habe, »das hatte schon etwas von einer Sensation«; dass Heidelberg »diesen dicken Premierenbrocken so couragiert gestemmt hat, aber auch«. Der Rezensent erlebte ein »umwerfend gutes und engagiertes Sängerensemble, ein enorm motiviertes Orchester unter der Leitung des Komponisten und eine Inszenierung von Peter Konwitschny, die an große, von ihm selbst mitbegründete Traditionen des politischen Musiktheaters anknüpft«.

     

    »Ungeheuerlich« sei dieser Doppelabend, man sei »beeindruckt, teilweise überwältigt« von der »Bilderflut«, die Konwitschny veranstalte, schreibt Egbert Tholl in der Süddeutschen Zeitung (09.02.2015). Musik und Regie entfesselten einen »Sinnenrausch«: »Die Bühne ist in permanenter Bewegung, der Chor flutet auf und nieder, die Solisten sind grandios.« »Umwerfend« sei es, »wie die Heidelberger Sänger hier zu Werke gehen«.

     

    Von einer »mehrfach spektakulären Doppel-Uraufführung« berichtet Gerhard R. Koch in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (10.02.2015), von einem »im Ganzen sehr dichten« Abend. Der Rezensent zeigt sich beeindruckt von »fulminanten Gesangsleistungen und hohem orchestralem Niveau« und schließt anerkennend: »Für ein kleineres Haus eine gigantische Tat, die keinen Augenblick kaltließ. Zu Recht erhielt die Heidelberg Oper den Preis der Deutschen Theaterverlage.«

     

    »Eine Einladung, über unsere jüngere Geschichte nachzudenken«, sei Abends am Fluss, und Konwitschny präsentiere ein »vielfarbiges, unterhaltsames Panorama«, schreibt Hans-Klaus Jungheinrich in der Frankfurter Rundschau (10.02.2015). Hochwasser zeige mit »zwei hochvirtuosen Darstellern« »wunderbar clownesken Blöd- und Tiefsinn« und die Inszenierung schaffe »das Wunder, trotz nahezu inexistenter Spielfläche ein kurzweiliges Theaterfeuerwerk abzubrennen«.

     

    »Wirklich Erstaunliches« leiste der Chor unter Anna Töller wie auch die Solisten auf der Bühne, die »glänzend besetzt« seien, so Eckhard Britsch im Opernnetz (online, 08.02.2015) über Abends am Fluss. Auch in Hochwasser: »Grandios die beiden Sänger«. Das Heidelberger Theater habe keine Berührungsängste, dieses »Exempel zeitgenössischen Musiktheaters mit metaphorisch-politischem Anstrich« herauszubringen, »weil es um sein aufgeschlossenes Publikum und um seine künstlerische Kraft weiß. Das ehrt das Haus«.

     

    Mit »leichter Hand« habe Konwitschny den zweiten Teil des Abends inszeniert, bei dem man sich »gut amüsierte und herzlich lachen« konnte, schreibt Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (09.02.2015). Abends am Fluss sei ein »starkes Stück«, es fordere das Ensemble, die Bühne, die Technik und auch das Publikum »bis zum Letzten«. Komponist Harneit ziehe musikalisch »alle Register« und Regisseur Konwitschny »lässt kaum eine Chance aus, den Deutschen einen Zerrspiegel ihrer unterschiedlichen Befindlichkeiten vorzuhalten«. Es entstehe ein »grandioser Bilderbogen«, alle Beteiligten leisteten »großartige Arbeit«.

     

    Komponist Johannes Harneit wisse »klanglich zu überraschen«, komponiere »sehr sauber und souverän«, schreibt Stefan M. Dettlinger im Mannheimer Morgen (09.02.2014). Die »wunderbar singenden« Solisten sowie Chor und Orchester leisteten unter Harneits Leitung »allesamt Erstaunliches« schreibt er zu Abends am Fluss. Mit Hochwasser erlebte der Rezensent schließlich eine »kurzweilige komische Kammeroper«, die nicht nur »zum Nachdenken, sondern auch zum Schmunzeln« anrege.

     

    Für das Online-Magazin Der Opernfreund führte Redakteur Ludwig Steinbach ein ausführliches Interview mit Komponist Johannes Harneit zu seinen Opern. Das Interview können Sie auf deropernfreund.de nachlesen.

     

    Für SWR2 besuchte Martina Senghas eine Probe der Opern und sprach mit Regisseur Peter Konwitschny. Ihren Beitrag, gesendet am 05.02.2015 im »SWR2 Journal am Mittag«, können Sie hier nachhören.