Theater und Orchester Heidelberg

Ammen

Eine komische Tragödie von Daniel Goetsch

Autorenpreis des Heidelberger Stückemarktes 2002
Zweitaufführung

Premiere am 7.10.11 im Rahmen der Eröffnung Schauspiel

Ungewöhnliche Regeln organisieren das Leben im kleinen Ort Ammen: »Verantwortung heißt keine Ausrede«, »Solidarität heißt zupacken« und »Verzeihen heißt vergessen«. Die Beharrlichkeit der Bewohner, mit der sie ihre Regeln anwenden, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass nicht immer Frieden in Ammen geherrscht hat. Ein Brandanschlag auf »die Papierlosen« war der damalige Höhepunkt der Gewalt gegen die anderen. Die brutale Tat war der Wendepunkt zu einem System des vermeintlichen Friedens, in dem die strikte Überwachung und die Brutalität der Maßregelung auch zu einem System der Gewaltherrschaft werden. Keno kehrt nach Jahren das erste Mal wieder nach Ammen zurück. Er war mit den jugendlichen Tätern des Brandanschlags befreundet, aber selbst an der Tat nicht beteiligt. Nun ist Keno der Fremde, der die grotesken Regeln von Ammen in Frage stellt.
Daniel Goetschs Ammen ist eine kluge Beobachtung der Gewaltmechanismen von Unterdrückung und Machtausübung, selbst wenn sie unter dem Deckmantel des größten Gutmenschentums geschehen.

Pressestimmen

  • ruprecht – Heidelberger Studierendenzeitung, Michael Abschlag, Thomas Leurs, November 2011

    „Ammen“ ist damit eine Parabel über totalitäre Strukturen und Denkmuster und darüber, wie sie sich auch in positiven Gewand in eine Gesellschaft einschleichen können. Es zeigt, wie Machtausübung und Unterdrückung funktionieren, selbst wenn sie scheinbar dem Guten dienen. Dies wird auch durch eine raffinierte Symbolik deutlich gemacht: Wie ein roter Faden durchziehen religiöse Elemente das Stück, welche allerdings in einer verfälschten Form zum Ausdruck kommen.(…)
    Die Botschaft des Stückes wird deutlich und alle Schauspieler überzeugen in ihren Rollen. Mit sechs Darstellern, zwei großen drehbaren Würfeln und verstörenden Filmeinspielungen gelingt es dem Stück, eine Atmosphäre der Beklommenheit zu schaffen.

  • Süddeutsche Zeitung, Jürgen Berger, 12.10.2011

    In Paul-Georg Dittrichs Inszenierung sah man jetzt, dass mit etwas szenischer Phantasie aus dieser Parabel eines ins Totalitäre driftenden Dorfes doch was zu machen ist.

  • Rhein-Neckar-Zeitung, Volker Oesterreich, 10.10.11

    Spannung denn auch bei „Ammen“, in dem sich Daniel Goetsch in symbolistisch aufgeladener Weise mit dem Thema Fremdenfeindlichkeit in einer spießigen Dorfgemeinschaft auseinandersetzt (…).