Theater und Orchester Heidelberg

Amok

nach dem Buch von Emmanuel Carrère

  • Archiv – Spielzeit 2011|12

  • Uraufführung

Bühnenfassung von Patricia Nickel-Dönicke und Jan-Christoph Gockel

Alles beginnt ganz harmlos: Eine versäumte Medizin-Klausur, eine kleine Lüge, die größere nach sich zieht, und der Student Jean-Claude Romand entwickelt ein perfektes Scheinleben, um den schalen Geschmack seiner Erfolglosigkeit zu kaschieren. Aller Welt, Frau und Kind und Geliebter, spielt er vor, ein höchst angesehener WHO-Mediziner zu sein, doch statt ins Büro geht er im Wald spazieren und liest gemütlich Zeitung. Nach siebzehn Jahren fliegt der ungeheure Bluff auf, der Hochstapler tötet Frau, Kinder, Eltern, schluckt Tabletten und überlebt.
Die Abgründigkeit dieser Geschichte scheint von Dostojewskij zu stammen, und doch hat sie sich 1993 in einem kleinen französischen Ort an der Schweizer Grenze zugetragen. Vor aller Augen entspann sich eine Tragödie und niemand ahnte nur das Geringste. Emmanuel Carrère befasste sich über sechs Jahre mit dem authentischen Fall. Seine eigene erschreckende Faszination und die gleichzeitige Schwierigkeit, über eine solche Tat zu schreiben, steht in der Theaterfassung des Romans im Fokus.
Amok ist eine Übernahme aus dem Theater Osnabrück und hatte dort am 3. April 2011 Premiere.