Theater und Orchester Heidelberg

Antigona | Antigone

Mexiko | Bearbeitung und Regie David Gaitán

Mit deutschen Übertiteln

Publikumsgespräch im Anschluss

In David Gaitáns moderner Überschreibung der klassischen Antigone von Sophokles drängt sich im Reality-Format die mexikanische Wirklichkeit auf. Die Inszenierung stellt eine Demokratie an den Pranger, deren Repräsentanten auf die Blindheit der Bevölkerung zählen und stur die eigene Macht erhalten wollen. Es geht um die Kluft zwischen offiziellem politischem Diskurs und dahinter verborgenen Eigeninteressen der Politik. Der Traum, sich gegen Despoten zu wehren und die eigene Freiheit, Gerechtigkeit und Würde zu beanspruchen, ist auch auf der Bühne ziemlich schnell ausgeträumt.

In modernem Spanisch und mit einem durchgängig jungen Ensemble versetzt David Gaitán seine Antigone in die turbulente Gegenwart Mexikos – und schafft einen wichtigen Diskussionsraum rund um Meinungsfreiheit, Verantwortung von Regierenden und Pflichten von Bürgern in einer Gesellschaftskrise.

David Gaitán studierte Schauspiel an der Escuela Nacional de Arte Teatral del INBA in Mexiko-Stadt und schrieb bislang 20 Theaterstücke. 2014 inszenierte er sein Stück La ceguera no es un trampolín (Blindheit ist kein Sprungbrett) mit Absolventen der Berliner Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch. Seine Inszenierung Von den Beinen zu kurz von Katja Brunner war 2015 beim Heidelberger Stückemarkt und den Mülheimer Theatertagen zu sehen.