Theater und Orchester Heidelberg

Autorentage

Pressestimmen

  • Rhein-Neckar-Zeitung, Franz Schneider, 30.04.2012

    zum 1. Autorentag
    Die Lesungen dreier Stücke gleichen einem Theater-Halbmarathon. Mit den Diskussionen heben sie die Grenzen von Schauspieler, Regisseur, Autor und Publikum auf. Ein Einblick in die Werkstatt und die Schwierigkeiten, ein Stück auf die Bühne zu bringen. Das ist immer so, besonders aber wenn das Gastland des Stückemarkts Ägypten heißt. Denn es liegt ein Schatten der Unmöglichkeit über ernst zu nehmendem Theater in Ägypten. Es fehlen Strukturen und Mittel in einem politisch instabilen Land, in dem sich auch die Frau auf ihre traditionelle Rolle zu beschränken hat. Dies wurde zum Thema des Autorentages (…). „Rivo-Loo-Shun“ heißt das erste Theaterstück Zeinab Magdys, das von der jungen Dunia handelt, die auf die Straße gehen will, um mit zu demonstrieren, aber das von ihrer Mutter verboten bekommt. (…) Anschaulich beschreibt das Stück die Verschränkung eines jugendlich weiblichen Ichs mit dem Arabischen Frühling. (…) „Angst“ von Hatem Hafez dagegen fällt ein bisschen aus der Rolle, da es in der Konzeption an jüngeres europäisches Theater erinnert und allegorische Elemente enthält. Ein Reicher verirrt sich in eine Hütte, die einem von der Polizei gesuchten Verrückten gehört. Eine Ausgangssituation für Zuspitzungen, die schon in der Leseversion jede Menge Galgenhumor enthält (…). Dina Solimans „A’raies“ kann dem Titel nach Braut, Puppe oder junge Frau bedeuten und offenbart sich als Lebensszenario von Frauen im heutigen Ägypten, umflutet von komplexen archaischen Tiefendimensionen, für die die Figur der Nilbraut steht. (…) Eher ein 3-4-Personen-Stück hat es doch etwas von einer engagierten Frontaloffensive, auch vorangetrieben durch ihren mythischen Gehalt. Von den drei Stücke das originellste.