Theater und Orchester Heidelberg
Foto Joachim Dette

Baby Don’t Hurt Me

Stückentwicklung in der Regie von Susanne Frieling; Theaterhaus Jena

1997 veröffentlicht die Band Aqua das Lied »Barbie Girl«: Es handelt von einer Frau, die sich dem Willen des Mannes – nein, aller Männer – fügt, gar zum Spielzeug für ihn wird. Das Ganze ist dabei so grell ausformuliert, so überlebensgroß wiedergegeben, dass das Level an Kritik dieses Bildes kaum mehr erkenntlich ist. Susanne Frieling schließt diese Vorstellung einer Frau mit der literarischen Figur der Lolita kurz, einem jungen Mädchen, welches in ein skandalöses, weil vor allem sexuelles Abhängigkeitsverhältnis mit einem älteren Mann gerät.

In der Stückentwicklung »Baby don’t hurt me« begibt sich eine junge Frau auf die Suche nach sich selbst. Im Spiegel einer Welt, in der Frauen zu häufig Projektionsflächen für männliche Vorstellungen sind, emanzipiert sie sich vom sie beherrschenden Erwartungsgefüge. Im Gegenspiel mit einem Mann entspinnt sich ein zartes Geflecht aus Nähe und Selbstbestimmung, Realität und Imagination und immer wieder auch Begehren. Die zwei Pole – erwachsen-jugendlich, männlich-weiblich – stehen sich gegenüber, verhandeln ihre Position zueinander und versuchen, die eigene Freiheit und Erfüllung zu finden.

Triggerwarnung: Thematisierung sexualisierter Gewalt

Besetzung

Regie Susanne Frieling
Bühne und Kostüme Cornelia Stephan
Dramaturgie Thorben Meißner

Mit Anna Schmidt, Lukas David Schmidt