Theater und Orchester Heidelberg

Barockes Südamerika

Südamerikanische Volksmusik trifft italienischen Barock

Im Rahmen des Winter in Schwetzingen

Barockes Südamerika – unter diesem auf den ersten Blick etwas irritierenden Titel geht Rubén Dubrovsky der bisher wenig erforschten wechselseitigen Beeinflussung von europäischer Barock- und südamerikanischer Volksmusik nach. Für das Debüt-Konzert seines Bach Consort Wien im Rokokotheater hat er ein besonderes Programm zusammengestellt: die Querbezüge zwischen der im 16. Jahrhundert durch Verschmelzung dreier Kulturen entstandenen südamerikanischen Volksmusik und der im späteren Verlauf von ihr geprägten europäischen Barockmusik.

Hierzu Dubrovsky: »Ich bin gebürtiger Argentinier und habe zunächst Klassische Musik studiert und gleichzeitig in verschiedenen Gruppen traditionelle argentinische Volksmusik gespielt: Gitarre, Panflöte, Schlagzeug. Das waren lange für mich vollkommen getrennte Welten. Erst als ich angefangen habe, mich mit Alter Musik zu beschäftigen, wuchsen diese Welten für mich zusammen. Das Interessante an dieser Volksmusik ist: Da sie vor allem von der Landbevölkerung gespielt wird, die wie überall ziemlich konservativ ist, hat sie sich seit Jahrhunderten, seit der Barockzeit nicht verändert. Sie ist daher eine unschätzbare Quelle für das Verständnis von Tänzen, die prägend für die instrumentale höfische Barockmusik wurden. Die Rhythmen dieser Tänze sind in Südamerika entstanden, durch die Mischung der Musik der spanischen Eroberer, der Indios und der afrikanischen Sklaven, die nach Südamerika gebracht wurden. Diese Musik kam dann mit den Schiffen nach Europa zurück und hat von Spanien aus auf ganz Europa gestrahlt, bis zu Johann Sebastian Bach. In diesem Konzert werde ich zeigen, wie nahe sich diese zwei Welten, Italien um 1700 und Argentinien, sind.«