Theater und Orchester Heidelberg

Beate Uwe Uwe Selfie Klick

Eine europäische Groteske
Textfassung von Laura Linnenbaum mit Texten von Gerhild Steinbuch und dokumentarischem Material
Die Theater Chemnitz, Regie Laura Linnenbaum

  • Archiv – Spielzeit 2016|17

  • GastspielUraufführung

    Zwinger 1+

im Anschluss Publikumsgespräch

Fünf Alltagsmenschen treten in Laura Linnenbaums Inszenierung an, sich zum NSU-Komplex zu verhalten. Dafür greifen sie allgegenwärtige Diskurse um den Münchner NSU-Prozess auf: Beate Zschäpe als Opfer? Drei-Täter-Theorie? NSU-Unterstützernetzwerk in Sachsen und Thüringen? Rolle des Verfassungsschutzes? Linke Propaganda gegen Rechts? – Überfordert und ermüdet von der Vielzahl der Informationen ziehen sie sich an einen utopischen Strand zurück, endlich allein mit sich. Ja, man hat ihn sich verdient, diesen Welthauptstrand Europa. Möwen, Wellen, Sonne, Sonnencreme, Katzen, Rennrad, Party und eine sonnengebräunte Haltung. Selfie Klick Bitte Klick. Vom Strand aus wehren sie alles Störende und Fremde der überaus komplexen Welt ab, welches in Form von »Boten« einzudringen versucht. Allmählich verwandeln sich einige von ihnen in die Neue Rechte und übernehmen dabei Sprach-, Diskurs- und Verhaltensmuster, die bisher der Linken vorbehalten waren, wie zum Beispiel das Thema um die Gleichberechtigung von Frauen.

Autorin Gerhild Steinbuch und Regisseurin Laura Linnenbaum waren aufgefordert, für das Theatertreffen »Unentdeckte Nachbarn« im November 2016 in Chemnitz ein Theaterstück über die NSU-Aufarbeitung in Südwestsachsen zu entwickeln, das vor allem die wenig diskutierten Opferpositionen und die Frage nach den Netzwerken des NSU in Sachsen und Thüringen thematisiert.

Besetzung

Regie Laura Linnenbaum | Bühne und Kostüme Valentin Baumeister | Puppen und Objekte Angela Baumgart | Video Sophie Linnenbaum | Dramaturgie René Schmidt | Mit Magda Decker, Michel Diercks, Tobias Eisenkrämer, Felix Schiller, Gerlinde Tschersich

Figurentheater Chemnitz in Kooperation mit den Grass Liftern / ASA-FF e. V. und dem Schauspiel Chemnitz

Gefördert von der Kulturstiftung des Freistaates Sachsen

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