Theater und Orchester Heidelberg

Cabaret

Musical von John Kander

Buch von Joe Mastero nach dem Schauspiel Ich bin eine Kamera von John van Druten (1951), dieses nach dem Roman Good-bye to Berlin von Christopher Isherwood (1939); Gesangstexte von Fred Ebb; Deutsch von Robert Gilbert

Uraufführung am 20. November 1966, Broadhurst Theatre, New York

In deutscher Sprache

Berlin, Silvester 1929. Die Weimarer Republik taumelt ihrem Ende entgegen, die Nazis sind im Aufmarsch. Im Kit-Kat-Club aber endet die Realität an der Tür: Allabendlich entflieht man in eine grellbunt-dekadente Gegenwelt schlüpfriger Tanznummern und schmachtender Starlets. Hier lernt der junge amerikanische Schriftsteller Cliff Bradshaw das Sternchen des Clubs kennen, Sally Bowles, die, als sie ihr Engagement verliert, kurzerhand bei ihm einzieht. Eine Liebesbeziehung beginnt, Sally wird schwanger, das Paar träumt von einer gemeinsamen Zukunft. Wie auch ihre Pensionswirtin Fräulein Schneider, die ihre Verlobung mit dem Juden Herrn Schultze feiert. Doch der Naziterror drängt in privateste Winkel vor. Verängstigt löst Fräulein Schneider ihre Verlobung, Cliff will Deutschland mit Sally verlassen. Diese aber will ihren Traum einer Showgirl-Karriere nicht fallen lassen; sie treibt das Kind ab, Cliff reist allein nach Amerika: Die Träume sind zerplatzt. Doppelgesichtig wie seine überschminkten Showgirls lässt das Musical seine Figuren aus dem verdrängenden Rausch mitreißender Songs und Tänze in der herb-ernüchternden Wirklichkeit aufprallen, wo das nazistische Zerstörungswerk jeden Einzelnen erreicht.

Vorgezogener Vorverkauf für 2015|16
Aufgrund der großen Nachfrage geben wir bereits jetzt drei Vorstellungen der Spielzeit 2015|16 – im Dezember 2015 – in den vorgezogenen Vorverkauf. Karten für diese Termine erhalten Sie an der Theaterkasse, 06221|5820 000 oder online im Webshop.

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Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Für die Rhein-Neckar-Zeitung (14.04.2015) besuchte Rainer Köhl »Andrea Schwalbachs sehr kluge und überaus sehenswerte Neuinszenierung, die am Heidelberger Theater begeistert umjubelte Premiere hatte«. Lob des Rezensenten für die Darsteller: Claudia Renner (»singt und spielt und tanzt wandlungsreich«) gebe die Sally »trefflich«; Elisabeth Auerbach glänze »mit Charme und hübsch leuchtender Stimme«; »starke Präsenz« habe Steffen Gangloffs Conferencier. Auch die Dance Company und der Chor garantierten »einen famosen Abend voller Pep und Sinnlichkeit. Nicht zuletzt das trefflich aufspielende Philharmonische Orchester unter Dietger Holm: das swingt wie der Teufel und jazzt wie Hölle.«

     

    »Hohe Qualitäten« habe das Musical, in der Inszenierung von Andrea Schwalbach »Tempo und individuell-anrührende Facetten« schreibt Eckhard Britsch im Mannheimer Morgen (14.04.2015). Claudia Renner sei als Sally »in Stimme, Ausdruck, Performance eine Top-Besetzung«, neben Hendrick Richter und Fabian Oehl loteten »vielleicht am intensivsten« Nicole Averkamp und Winfrid Mikus ihre Rollen aus. Auch die Nebenrollen (Elisabeth Auerbach überzeuge durch »schönen Gesang«) seien »gut besetzt«, auch die »frechen Auftritte« der Tanzkompanie und die durch das Philharmonische Orchester unter Dietger Holm »griffig aufbereitete« Musik gefallen. Fazit: »Passt.«

     

    »Sehr langer, sehr verdienter Jubel nach der Premiere im Heidelberger Stadttheater«, schreibt Stefan Benz im Darmstädter Echo (online, 15.04.2015). Die »sehr konzentrierte Inszenierung« spare auch die »braunen Flecken« nicht aus, was der Kritiker begrüßt. Im Zentrum des Abends glänze die »aparte Claudia Renner«: »Die Ruine des Cabarets mag oft verschattet sein, doch wenn Sally singt, leuchtet die Show, dann gleißt das Musical, und die Schatten der Inszenierung treten umso schärfer hervor.«