Theater und Orchester Heidelberg

Carmen

Oper von Georges Bizet – halbszenische Aufführung

Zum Inbegriff der femme fatale wurde der Name Carmen durch Prosper Mérimée und Georges Bizet: der wild-verführerischen, männermordenden Frau, die ihre kurzlebigen Leidenschaften ungehemmt und rücksichtslos auslebt, jede Konvention missachtend. Angst und Faszination stehen hinter diesem Klischee – die bedrohliche Anziehungskraft einer offen sinnlichen, selbstbestimmten, den Männern ebenbürtigen Frau. Im jungen Soldaten José weckt Carmen die Sehnsucht nach Lebensentwürfen jenseits bürgerlicher Werte und Pflichten – und konfrontiert ihn mit der Schwierigkeit, diese zu leben. Immer wieder gerät er in Zwiespalt zwischen seiner Leidenschaft und den Forderungen von Familie und Gesellschaft; mit der Nachricht vom nahen Tod seiner Mutter schließlich gelingt es Micaëla, die als Josés Braut vorgesehen war, ihn Carmens Nähe zu entreißen. Carmen selbst ist von einer tiefen Sehnsucht nach Unbedingtheit im Fühlen und Handeln getrieben, die absolute Freiheit einfordert. Als sie sich dem narzisstischen Stierkämpfer Escamillo zuwendet und José ihre Liebe erzwingen will, folgt Carmen dieser Sehnsucht in kompromissloser Radikalität – koste es auch den Tod, den sie durch Josés Hand erleidet.
Sein letztes Werk Carmen verhalf dem früh verstorbenen Bizet posthum zu Weltruhm. Man bewunderte den sinnlichen Realismus der Oper, der weit über das glutvolle spanische Kolorit hinausgeht: »Diese Musik ist böse, raffiniert, fatalistisch. Hier redet eine andere Sinnlichkeit, eine andere Heiterkeit. Sie hat das Verhängnis über sich, ihr Glück ist kurz.« (Friedrich Nietzsche)

Fotos von der Premiere im Schlosshof

Besetzung