Theater und Orchester Heidelberg

Così fan tutte

Oper in zwei Akten von Wolfgang Amadeus Mozart

Libretto von Lorenzo da Ponte

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Zu einer heiklen Wette versteigen sich Guglielmo und Ferrando: Dass es ihnen nicht gelingen wird, ihre Geliebten, die Schwestern Fiordiligi und Dorabella, binnen eines Tages zur Untreue zu verführen. Unter der Maske zweier Fremder werben sie um ihre Freundinnen – und verlieren die Wette. Mit zynischem Leichtsinn degradieren die jungen Männer ihre Mädchen zum Versuchsobjekt, machen die Liebe zum Experiment. Doch entgeht ihnen, dass ihre eigenen Gefühle Teil der Versuchsanordnung werden. Am Ende stehen alle vier vor den Trümmern ihrer Beziehungen; denn nicht nur wollen die Mädchen den Fremden heiraten – sie geben gar jeweils dem Freund der Schwester ihr Jawort.

Einen gnadenlosen Blick in die Tiefen der Seele werfen Mozart und sein Librettist da Ponte; durchschauen und entblößen ihre Figuren gerade in der Maskerade, führen sie gerade im Spiel zur Erkenntnis emotionaler Vielschichtigkeit. Klarheit aber erlangen die jungen Leute nicht. Denn ob in abgründiger Leichtigkeit oder in der Schärfe des Schmerzes – nie bekennt die Musik, ob aufrichtig oder zum Schein gesprochen wird; und am wenigsten wissen es die Sprechenden selbst. Echt und Falsch, Lüge und Wahrheit geraten ins Schweben, beginnen einander zu durchdringen – und malen so ein luzides Bild der Tiefen menschlicher Seele.

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COSÌ FAN TUTTE

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • Einen »runden, vom Publikum gefeierten Abend« erlebte Matthias Roth und schreibt in der Rhein-Neckar-Zeitung (12.05.2014) weiter, dies sei vor allem dem »tollen Ensemble« zu verdanken: »Irina Simmes‘ äußerlich elegante, stimmlich koloraturenleichte Fiordiligi ist ein Zauber, die Dorabella der Marija Jokovic ein Vulkan in Stimme und Ausstrahlung. Der helle, aber auch charaktervolle Tenor von Namwon Huh gibt dem Ferrando eine nach vielen Ausdrucksseiten offenes Profil, und schließlich ist Ipca Ramanovic (…) ein Guglielmo, wie man ihn sich wünscht: kernig, beweglich und gut fundiert in der Stimme sowie beeindruckend in Statur und Darstellung.« Großes Lob auch für Wilfried Staber, »voller Bühnenpräsenz und komödiantischem Talent« und Carolyn Frank mit »ebenso viel Witz wie Charme«. Kapellmeister Gad Kadosh habe einen »lebendigen, bisweilen filigranen Mozart« dirigiert, der »im Orchester spiegelte, was auf der Bühne geschah, aber auch, was dort ungesagt blieb«.

     

    Einen »vom Publikum umjubelten Volltreffer«, zu dessen Erfolg neben dem Regieteam auch das »junge und spritzig auftrumpfende Heidelberger Ensemble unter der musikalischen Leitung von Gad Kadosh« beigetragen habe, erlebte Rezensent Markus Pacher. In der Rheinpfalz (12.05.2014) schreibt er weiter, Loschkys Inszenierung begeistere »nicht nur optisch« und lobt die Arbeit des Ensembles, das mit »hervorragender schauspielerischer Präsenz« aufgetreten sei. Haupt- und Nebenrollen gäbe es hier nicht: »Die wunderbar virtuose Sopranistin Irina Simmes« bilde mit den anderen Solisten »ein ungemein homogenes Sextettt, das in den großen Ensembleszenen glanzvolle Höhepunkte« setze.

     

    Regisseurin Nadja Loschky habe mit ihrem Team einen »lockeren, amüsanten und spritzigen Abend ohne Längen« auf die Bühne geworfen, schreibt Stefan M. Dettlinger im Mannheimer Morgen (13.05.2014). Die Personenführung sei »nachvollziehbar und ausgereift, alles sieht ästhetisch ansprechend und modern aus«. »Elegant« gehe die Oper über die Bühne, das Orchester klinge »fein und filigran«. Irina Simmes habe »nicht nur stimmlich Sex-Appeal«, Marija Jokovic »klinge warm und angenehm«, Ipča Ramanović »knackig« und Namwon Huh habe »in Tiefe und Mittellage internationale Klasse«.

     

    »Ganz von innen her« habe sich die Regisseurin dem Stück genähert und es »mit Hilfe einer spannenden stringenten und Personenregie derart packend und kurzweilig in Szene gesetzt«, dass der Abend »wie im Flug« verging, schreibt Ludwig Steinbach im Opernfreund.de (11.05.2014). Fazit des Rezensenten: »Das war spannungsgeladenes, gut durchdachtes und psychologisch ausgefeiltes Musiktheater, dessen Besuch zu empfehlen ist.«

     

    Das Premierenpublikum sei von dem »gelungenen Opernabend« »sehr angetan« gewesen und habe »begeisterten und lang anhaltenden Beifall« gespendet, berichtet Manfred Langer im Opernfreund.de (12.05.2014). Besonders gefiel dem Rezensenten Ipča Ramanović als Guglielmo mit »kräftigem Baritonfundament« und mit »kultiviert ausgesungenen Linien«. Namwon Huh habe einen »klaren, feinen Tenor mit schöner Leuchtkraft« gezeigt, Irina Simmes vor allem im zweiten Akt eine »schöne, innige Interpretation« geliefert, Marija Jokovic habe mit »samtigem Mezzosopran« »Tiefgründigkeit und Leuchtkraft« verbunden.