Theater und Orchester Heidelberg

Das Recht des Stärkeren

von Dominik Busch in der Regie von Jan Neumann; Nationaltheater Weimar

Das Vorhaben der Filmregisseurin Nadja folgt einem hehren Ziel: Sie will mit ihrer Dokumentation Zeugnis über die gewaltsame Umsiedlung der kolumbianischen Landbevölkerung als Folge des umliegenden Steinkohleabbaus ablegen. Die Vertreibungen vor Ort werden durch paramilitärische Gruppen kontrolliert, die mit blutrünstigen Methoden Angst und Schrecken in der Region verbreiten und ganze Dörfer dem Erdboden gleichmachen. Einer der ehemaligen Kämpfer ist Àlvaro, der sich dazu bereiterklärt, vor ihrer Kamera auszusagen. Denn an der Rohstoffgewinnung in den Minen sind auch maßgeblich europäische Konzerne beteiligt. Und Nadja selbst ist überzeugt davon, dass die schweizerische Firma ihres Vaters die Ausbeutung in Kolumbien mit zu verantworten hat. Doch Àlvaro gerät unter Druck und will seine Aussage wenige Tage vor Erscheinen des Films zurückziehen. Nadjas Arbeit ist damit in Gefahr. Eben noch in der Lage, ihrem Vater fehlende Moral zu unterstellen, sieht sie sich nun mit der Frage konfrontiert, was mehr zählt: Menschliche Verantwortung oder ein künstlerischer Auftrag? Gibt es ein Recht des Stärkeren? Und folgt daraus eine höhere Handlungskompetenz?

Die Uraufführung von »Das Recht des Stärkeren« war 2018 am Theater Basel.

Besetzung

Regie Jan Neumann ǀ Bühne und Kostüme Philip Rubner ǀ Musik Camill Jammal ǀ Dramaturgie Eva Bormann
Mit Johanna Geißler, Nahuel Häfliger, Marcus Horn, Thomas Kramer, Lutz Salzmann

Videos

Das Recht des Stärkeren

Trailer von Marius Böttcher