Theater und Orchester Heidelberg
Foto Sebastian Bühler

Der Diener zweier Herren

von Carlo Goldoni

Deutsch von Hans J. Fröhlich

Die einst unbekannt Federigo Rasponi versprochene Clarice ist überglücklich nach dessen Tod nun doch den von ihr wahrhaft geliebten Silvio heiraten zu können. Doch kaum ist die Verlobung offiziell, steht der Totgeglaubte vor der Tür und fordert seine Braut. Was die schockierte Familie nicht weiß: In Wahrheit verbirgt sich in den Männerkleidern eine weitere unglücklich Verliebte. Beatrice hat ihre Heimatstadt inkognito verlassen, um ihren Geliebten wiederzufinden, der ihren Bruder im Kampf getötet hat. Aber mit den Liebesirrungen lässt es der italienische Komödien-Spezialist Carlo Goldoni nicht bewenden. Um die Verwirrung perfekt zu machen, verdingt sich Truffaldino nicht nur der verkleideten Dame, sondern auch ihrem bisher noch nicht ausfindig gemachten Geliebten als Diener. Vertauschte Briefe, verwechselte Koffer und schließlich beide »Herren« in einem Restaurant: Umso tiefer sich Truffaldino in seiner Geschichte verstrickt, desto mehr Spaß haben die Zuschauer am komödiantischen Durcheinander.

Intendant Holger Schultze (Kiss me, Kate, Ein Sommernachtstraum) bringt das herrlich-komische Verwirrspiel in den Schlosshof, italienisches Flair und Live-Musik garantiert.

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Der Diener zweier Herren

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Umzug geglückt!«, schreibt Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (2. Dezember 2019). Komödiantik brauche »Könnerschaft im Ensemble und auch am Regiepult« und am neuen Spielort zeige sich erneut, dass der Intendant »ein inszenatorisches Händchen für das ziemlich knifflige leichte Fach« habe. Im Zentrum des Geschehens Steffen Gangloff als Truffaldino; er zeige hier »all jene Rampensau-Qualitäten, über die ein toller Tollpatsch verfügen« müsse: »Wie er gegen einen Wackelpudding kämpft oder zwischen zirzensisch geschulten Jongleuren lauter Leckereien auftischt, das muss man einfach gesehen haben.« Der Rezensent empfiehlt schließlich Goldonis Komödie mit »beträchtlicher Kicherquote« als »Heilmittelchen gegen den Winterblues«.

     

    Im Mannheimer Morgen (3. Dezember 2019) zeigt sich Eckhardt Britsch erfreut über eine »charmante, witzige, turbulente und ironische Nachwürzung« der Erfolgsinszenierung, in der sich »das verrückte Spiel mit Verwechslungen, Missverständnissen und Liebesgeplänkel« rund um eine Rialtobrücke abspiele. Holger Schultze habe als Regisseur »alle Register des Komödiantischen gezogen« und die Figuren der Commedia dell’arte »so geschickt akzentuiert«, dass sie »griffiges Bühnenleben« entwickelten. Neben der »bezaubernden Bühnenmusik« bezauberten auch die Figuren, allen voran Steffen Gangloff: Er spiele seinen Truffaldino »brillant, voll artistischem Bewegungsdrang und einer Ausstrahlung, die ihr Vorbild in Charlie Chaplin fand«.

     

    Pressestimmen zu den Vorstellungen im Rahmen der Heidelberger Schlossfestspiele 2018

    Einen »flotten Abend« voller »Italianità« beobachtete Volker Oesterreich für die Rhein-Neckar-Zeitung (2. Juli 2018), hier sei »alles drin, alles mit Sinn«: »Mafia-Klischees mit coolen Macho-Gesten gehören genauso dazu wie eine knatternde Vespa, die knallbunten Kostüme des venezianischen Karnevals, viel dolce vita und noch mehr amore.« Neben der kleinen Live-Band und dem Jonglage-Trio begeistert den Kritiker das Ensemble, vor allem Steffen Gangloff als »artistisch begabter Truffaldino«, der zu »großer Form« auflaufe, Sophie Melbinger, die ihre Hosenrolle »mit Bravour« meistere und Katharina Lütten, die »im Heulsusen-Diskant auf die Lachtränendrüse« drücke. Zum Abschluss des Abends habe es »herzhaften Premierenapplaus« gegeben, »gespendet von einer vergnügten Tausendschaft im Schlosshof«.

     

    Leon Igel berichtet im Mannheimer Morgen (2. Juli 2018) von einem »meisterhaften Spiel mit Klischees«; in seiner Inszenierung mache Holger Schultze die Liebe der Deutschen zu Italien »mit feinster ironischer Distanz und reflexiver Überhöhung« zu seinem zentralen Regiekonzept. »Bemerkenswert« sei die Leistung des Schauspielensembles, allen voran Steffen Gangloff, der die komödiantische Überdrehung mitmache, dessen Spiel jedoch gleichzeitig »bewegend menschlich« bleibe. »Fulminant« das Ende der Komödie, mit »Feuerwerk und bunten Luftballons«: »Stürmischer Applaus für diesen Goldoni, der die deutsche Italo-Liebe so herrlich dekonstruiert«.

     

    Für SWR2 besuchte Annette Lennartz die Premiere und sprach mit Regisseur Holger Schultze und Hauptdarsteller Steffen Gangloff. Ihren Beitrag, gesendet am 2. Juli 2018 im SWR2 Journal am Mittag, können Sie hier nachhören.