Theater und Orchester Heidelberg

Der nackte Wahnsinn

Komödie von Michael Frayn

Deutsch von Ursula Lyn

Chaos pur: Die Truppe eines Tourneetheaters steht mit der Komödie Nackte Tatsachen unmittelbar vor der Premiere – und nichts klappt. Kein Wunder, dass allmählich nicht nur die Nerven des Regisseurs blank liegen, wenn Dotty zum wiederholten Mal ihr Requisit vergisst, Selsdon vom Alkoholkonsum abgehalten werden muss und Brooke schon wieder ihre Kontaktlinsen verloren hat. Und dabei hätten alle mit dem turbulenten Bühnenspaß, den sie proben, mehr als genug zu tun: Die Haushälterin Mrs. Clackett will einen ruhigen Nachmittag verbringen, da tauchen voneinander unbemerkt der Immobilienmakler mit seiner Geliebten und dann auch noch die Hausbesitzer auf. Der britische Dramatiker Michael Frayn zeigt in drei Akten anhand der immer gleichen Szenenabfolge, wie die Truppe zunächst die Generalprobe bewältigt (aus der Perspektive des Zuschauerraums), dann eine typische Tournee-Vorstellung (aus der Perspektive des Bühnenraums) und schließlich eine der letzten Vorstellungen des Stücks (wieder aus der Zuschauerperspektive). Dabei werden die Mechanismen des Theaters ebenso offengelegt wie die Zerbrechlichkeit des Lebens, denn die zwischenmenschlichen Spannungen innerhalb des Ensembles haben immer wieder unvermutete Auswirkungen auf den Vorstellungsverlauf. Der nackte Wahnsinn!

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Der nackte Wahnsinn

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Für Regieteam und Ensemble habe es »Bravos, Pfiffe und begeistertes Johlen, kurz: brausenden Beifall« gegeben, berichtet Heribert Vogt in der Rhein-Neckar-Zeitung (06.07.2015) und bestätigt: »Insgesamt ein riesiger Hochsommerspaß, der das Publikum stets aufs Neue zum Wiehern brachte. Und doch ein extrem durchkomponiertes Durcheinander, das bei der Farce in der Farce beginnt, über die Perspektiv- und Zeitenwechsel der Akte weitergeht und in der facettenreichen Janusgesichtigkeit der Figuren zwischen Schauspielerberuf sowie Rolle gipfelt. Und diesen Irrsinn hoch drei, in dem auch ein mysteriöser Scheich mitmischt, haben die Heidelberger Darsteller mit Hochgeschwindigkeitstempo klasse über die Rampe gebracht.«

     

    Für Martin Vögele geht es im Stück nicht nur um die »konzertierte Kärrnerarbeit, eine Komödie auf und heil über die Bühne zu bringen« sondern auch um die »hohe Kunst, wirklich komisch zu sein«  ̶  der Regisseur zeige hier »wie’s geht«. Der Abend sei »Zeugnis einer darstellerischen und dramaturgischen Präzision, die uns Dominique Schnizer und seinem durchweg fulminant aufspielenden Ensemble höchsten Respekt zollen lässt«, schreibt er im Mannheimer Morgen (07.07.2015). Neben der präsentierten »Handwerks- und Timing-Kunst« überzeuge auch, dass »wir ein aufrichtiges Regie-Interesse und Sympathie für die Protagonisten spüren, die hier bei allen Marotten und Unzulänglichkeiten zwar dem Lachen, aber eben nicht der Lächerlichkeit preisgegeben werden«, so das Fazit des Kritikers.