Theater und Orchester Heidelberg

Deutschsprachiger Autorenwettbewerb Teil I

Texte von Sören Hornung, Esther Becker und Leon Engler

Vorgestellt werden
Sieben Geister von Sören Hornung (Lesung um 13.30 Uhr),
Wildbestand von Esther Becker (Lesung um 14.30 Uhr) und
Die Benennung der Tiere von Leon Engler (Lesung um 16.00 Uhr).

Im Anschluss an jede Lesung findet ein Publikumsgespräch statt.

Sieben Geister von Sören Hornung

Es lesen Dominik Lindhorst-ApfelthalerAlina Müller, Monika-Margret Steger, Andreas Seifert
Einrichtung Jürgen Popig, Tobias Schindler

Sören Hornung; Foto Arda Funda

Sören Hornung; Foto Arda Funda

Eine deutsche Familiengeschichte, auf wenige Personen konzentriert: Franziska, ihr Vater Frank, dessen Schwester Elise und Onkel Wolfgang, der Bruder ihrer verstorbenen Mutter. Eine Geschichte, die sich von der Nazivergangenheit über die Stasivergangenheit bis in die Gegenwart erstreckt – und die geprägt ist von Verdrängen und Verschweigen. Franziska malt überall Hakenkreuze hin, die von Frank zu »wunderschönen Fenstern« vervollständigt werden. Bloß nicht über die Sünden der Väter reden und erst recht nicht über seine eigene Zeit als inoffizieller Mitarbeiter bei der Stasi. Und über allem schwebt das Märchen von den sieben Geißlein. »Hört auf, euch immer wieder in dieses Märchen zu flüchten, in dem der Wolf die Guten frisst. So etwas gibt es nicht!«

 

Sören Hornung,
geboren 1989 in Berlin, ist Regisseur, Autor und Performer. 2012 gründete er mit Paula Thielecke das Theater Kollektiv Eins. 2016 beendete er sein Regiestudium an der Akademie für Darstellende Kunst Baden-Württemberg. Sein Theaterstück Sieben Geister war bereits 2017 für den Osnabrücker Dramatikerpreis nominiert.

Wildbestand von Esther Becker

Es lesen Lea Wittig, Julia Lindhorst-ApfelthalerMarcel Schubbe. Elisabeth Auer
Einrichtung Viktoria Klawitter

Esther Becker; Foto Françoise Caraco

Esther Becker; Foto Françoise Caraco

Die Geschwister Greta und Hannes leben mit ihrer Mutter in einem Haus im Wald, im Försterhaus. Doch sie können hier nicht wohnen bleiben. Ihre Mutter muss einen neuen Job finden und alles in Umzugskisten packen. Greta hatte also doch Recht, mit ihrer Vermutung, dass sie umziehen müssen. Raus aus dem Wald, in die Stadt hinein. Und weil Greta mit Hannes gewettet und die Wette gewonnen hat, will sie jetzt sein Telefon haben. Aber Hannes gibt es nicht her. So nimmt Greta sich heimlich das Telefon und will es im Baumhaus verstecken. Aber da liegt jemand. Warum schläft ein fremdes Kind im Baumhaus von Hannes und Greta? Und wo kommt es her? Wildbestand ist eine kluge Überschreibung von Hänsel und Gretel und erzählt auf poetische Weise vom Alleingelassen sein.

 

Esther Becker
ist Dramatikerin, Erzählerin und Performerin. Sie absolvierte den Masterstudiengang Scenic Arts Practice an der Hochschule der Künste Bern und studierte Literarisches Schreiben am Schweizerischen Literaturinstitut Biel und am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Esther Becker ist Mitglied der Theaterformation bigNOTWENDIGKEIT. Mit ihrem Stück Supertrumpf war sie 2013 schon einmal zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen.

Die Bennenung der Tiere von Leon Engler

Es lesen Massoud Baygan, Alina Müller, Monika Margret-Steger, Andreas Seifert, Ulrich Westermann, Stefan Wunder
Einrichtung Antonia Leitgeb

Leon Engler; Foto henschel SCHAUSPIEL

Der korpulente Produkttester Alexander ist auf Leberwurst ausgerutscht und auf die U-Bahn-Gleise gefallen. Dort entdeckt ihn Helena, die den U-Bahnwächter Oskar zu Hilfe ruft. Doch bevor Alexander gerettet werden kann, müssen zunächst die genauen Umstände des Unfalls geklärt werden: War es grobe oder feine Leberwurst, auf der Alexander ausgerutscht ist? Ist er überhaupt ein Mensch, wenn er doch ständig behauptet »eine arme Sau« zu sein? Oder handelt es sich doch um einen Ochsen? Einen Stier? Siebenundzwanzig Waschbären? Helena und Oskar zerbrechen sich den Kopf über diese Fragen und bitten sogar einflussreiche Personen um Hilfe: Nacheinander kommen Elon Musk, König Mswati III. und die Modebloggerin Chiara Ferragni dazu, doch die interessieren sich herzlich wenig für den Verunglückten. Skurril und humorvoll erzählt Leon Englers Text von den Tücken der Sprache und vom Chaos der Welt, aus dem es keinen Ausweg gibt – außer vielleicht auf dem Mars.

 

Leon Engler
geboren 1989 in Ödwang, studierte Theaterwissenschaft in Wien und Paris. 2011 war er ausgewählter Teilnehmer der Schreibklasse »fundamentals of poetry« in Finnland. Sein erstes Stück X Jahre Kriegsfreiheit gewann 2013 den Jurypreis des Newcomer-Wettbewerbs der Drachengasse Wien.