Theater und Orchester Heidelberg

Die Entführung aus dem Serail

Singspiel in drei Aufzügen von Wolfgang Amadeus Mozart

Text von Johann Gottlieb Stephanie dem Jüngeren, nach dem Libretto von Christoph Friedrich Bretzner zu der Operette Belmont und Constanze oder Die Entführung aus dem Serail von Johann André

Koproduktion mit dem Theater Heilbronn

Die Frauen Konstanze und Blonde sind in die Gewalt des orientalischen Herrschers Bassa Selim geraten, eines spanischen Renegaten, der die beiden und mit ihnen Blondes Partner Pedrillo an seinem Hof gefangen hält. Während Bassa Selim Konstanze begehrt, hat sein Diener Osmin ein Auge auf Blonde geworfen. Die Frauen versuchen, sich dem Drängen zu widersetzen. Belmonte, dem Geliebten Konstanzes, gelingt es, die Vermissten aufzufinden und sich verkleidet in den Palast des Bassa Selim einzuschmuggeln. Beim Fluchtversuch werden die vier ertappt. Bassa Selim jedoch verzichtet auf Vergeltung und schenkt ihnen die Freiheit.

Mozarts Singspiel, das sich durch das hohe musikalische Niveau der Gesangspartien und die individuelle Charakterzeichnung aller Figuren weit über die Grenzen des Genres erhebt, war der größte Theatererfolg des Komponisten zu Lebzeiten. Das »türkische Sujet«, unterstrichen durch die Janitscharenmusik im Orchester und im damaligen Wien sehr en vogue, trug hierzu sicherlich bei. Doch weniger als ein Aufeinanderprallen zweier Kulturen, der christlichen und der islamischen, wird hier die Frage nach Freiheit und Selbstbestimmung in der Liebe verhandelt, und das widersprüchliche Gefühlschaos illustriert, das diese mit sich zu bringen vermag.

Die Entführung aus dem Serail entstand in Koproduktion mit dem Theater Heilbronn.

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DIE ENTFÜHRUNG AUS DEM SERAIL

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Die Entführung aus dem Serail in der Regie von Nadja Loschky erfuhr in der Spielzeit 2012|13 überaus positive Resonanz bei Publikum und Presse. So schrieb Frank Herkommer im Opernnetz (10.10.2012): »Alles passt. Nadja Loschky zaubert mit dem Theater Heidelberg eine Entführung (…), die Mozart ernst nimmt und die die Liebe ernst nimmt.« Auch die Rhein-Neckar-Zeitung (Rainer Köhl, 24.12.2012) findet lobende Worte für die Inszenierung: »Dass die Regisseurin Nadja Loschky diese Türkenoper mitnichten spaßig-adrett in exotischen Bildern anlegt, sondern ein düsteres psychologisches Kammerspiel inszeniert, das tief in die Abgründe der menschlichen Seele führt, war stimmig und klug durchdacht.« Rezensent Ludwig Steinbach schrieb in der Allgemeinen Zeitung Mainz (31.12.2012): »Die ausgefeilte Personenregie war von großer Spannung und Stringenz geprägt, dabei immer logisch und begründet. Alles wirkte wie aus einem Guss, der Spannungsbogen riss an keiner Stelle ab. (…) Diese überaus gelungene und hoch spannende Inszenierung hat das Zeug zum Kult!« und im Opernfreund (04.01.2013): »Ein einfach grandioser, ungemein fulminanter Opernabend mit starkem psychologischem Einschlag auf höchstem Niveau, der einen Höhepunkt im Repertoire des schon oft bewährten Heidelberger Theaters bildet.« In seiner Kritik für die Rhein-Neckar-Zeitung (09.10.2012) schrieb Matthias Roth: »Nadja Loschky geht behutsam vor, gibt jeder Figur eine vielschichtige Eigenheit, verleiht ihnen Kontur und Seele. Die Musik Mozarts, die die Regisseurin wunderbar zu lesen versteht, ist ihr dabei die größte Hilfe. Sehr erfreulich, wie Regie und Musik hier ineinandergreifen auf der Bühne.«

     

    Durchweg gute Kritiken gab es auch für das Sängerensemble. Die Rhein-Neckar-Zeitung (Rainer Köhl, 24.12.2012) bemerkte: »Namwon Huh sang den Belmonte mit schlankem, biegsam lyrischem Tenor: eine große Bereicherung für das Heidelberger Theater. Ebenso wie Irina Simmes, die mit edel leuchtendem Sopran und virtuoser Koloraturengeschmeidigkeit völlig unangestrengt eine hochintensive Konstanze sang, die, von Schuldgefühlen aufgerieben, zwischen zwei Männern steht.« Und im Darmstädter Echo (Rainer Köhl, 24.12.2012) war zu lesen: »Wilfried Staber, mit prachtvoll sonorem Bass und Spielwitz gesegnet, gibt die Figur als gewaltstrotzender Kraftprotz, dem aber Blondchen immer wieder erfolgreich die Grenzen aufzeigt. Sharleen Joynt singt Konstanzes Vertraute mit glockenreiner Höhe, lieblichem Timbre und federleicht.«

     

    Auch die musikalische Einstudierung und Leitung durch Mirga Gražinytė-Tyla wurde von der Kritik sehr gelobt: Das Opernnetz schrieb: »Den größten Applaus an diesem Abend erhält Dirigentin Mirga Gražinytė-Tyla. Wie sie das Heidelberger Orchester leitet, Mozartsche Spielfreude verbreitet, die subtile Tonsprache intoniert! Großes Dirigat, große Leistung des Orchesters.« Ebenso zeigte sich Jürgen Strein in den Fränkischen Nachrichten (10.10.2012) angetan: »So muss Mozart klingen! Durchsichtig, rhythmisch akzentuiert, schnelle Tempi, transparente Stimmen, lichte Atmosphäre.« Und der Mannheimer Morgen (Hans-Günter Fischer, 24.12.2012) bemerkte: »Mirga Gražinytė-Tylas hochpräzises Dirigat holt nur das Beste aus dem Graben (…). Und der Orient lebt.«