Theater und Orchester Heidelberg

Die Fledermaus

Komische Operette in drei Akten von Johann Strauss

Text von Richard Genée
Nach der Komödie Le Réveillon von Henri Meilhac und Ludovic Halévy
In der deutschen Bearbeitung von Karl Haffner

Ein Gewirr von Geschichtchen: Adele, die Kammerzofe von Rosalinde, Letztere verheiratet mit Gabriel von Eisenstein, erhält eine Einladung für den Ball beim Prinzen Orlofsky. Das passt gut, denn Rosalindes Liebhaber Alfred hat sich für die Nacht zum häuslichen Rendezvous angekündigt. Ehemann Eisenstein hingegen soll am selbigen Abend eine mehrtägige Arreststrafe antreten, doch diese zögert er hinaus, um sich zuvor im Geheimen mit seinem Freund Dr. Falke noch einmal kräftig zu amüsieren – ebenfalls auf Orlofskys Fest. Als kurz nach dem schmachtend zelebrierten Abschied der Eheleute und der Ankunft Alfreds bei Rosalinde Gefängnisdirektor Frank vor der Tür steht, um Eisenstein abzuholen, ist Alfred wohl oder übel gezwungen, die Rolle des Hausherrn weiterzuspielen und Frank in die Arrestzelle zu folgen. Währenddessen trifft Eisenstein alias Marquis Renard bei Orlofskys Kostümfest nicht nur auf Adele, die sich als große Schauspielerin feiern lässt, sondern auch auf seine als ungarische Gräfin maskierte Rosalinde. Dieser gelingt es, dem eigenen Ehemann, der die vermeintlich Fremde kräftig hofiert, eine Uhr abzuluchsen – ein Requisit, das am nächsten Morgen beim großen Enthüllungsreigen in Gefängnisdirektor Franks Büro als wunderbares »corpus delicti« fungiert. Auf dem Höhepunkt der Emotionen stellt sich raus: ’s war nur eine Intrige der »Fledermaus«, Dr. Falke, dem es geglückt ist, sich damit für einen früheren Streich Eisensteins zu revanchieren.

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DIE FLEDERMAUS

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Sehr angetan zeigt sich Rainer Köhl in der Rhein-Neckar-Zeitung (09.04.2013) von einer auch vom Publikum »begeistert gefeierten Premierenvorstellung«. Der Regisseur Antoine Uitdehaag habe einen »erfrischend anderen, sehr ironischen Blick auf das Stück geworfen«, und eine »temporeiche und sehr vergnügliche« Inszenierung vorgelegt. Besonders die sängerischen und darstellerischen Leistungen des Ensembles hebt Köhl hervor, allen voran sieht er Irina Simmes mit ihrer Rosalinde als »Star der Aufführung«, weil ihr »herrlicher Sopran alles überstrahle«: »Wunderbar fruchtig und klangvoll leuchtend« gestalte sie ihre Partie und mache deutlich, »wie sinnlich und frisch die Strauß-Melodien klingen« könnten.

     

    Ludwig Steinbach sieht in der Heidelberger Inszenierung gar einen »echten Meilenstein in der Rezeptionsgeschichte des Werkes« und schreibt im Opernfreund.de (11.04.2013) weiter: »Der Regisseur setzte Strauß’ Meisteroperette derart ungewöhnlich und neu, dabei aber fetzig, beschwingt und so überaus unterhaltsam in Szene, dass die 2, 45 Stunden Spieldauer wie im Fluge vergingen. Es war wohl in erster Linie der heiter-ironische Umgang mit den traditionellen Versatzstücken der sog. leichten Muse sowie die von großer Stringenz geprägte temporeiche Personenregie, die das Publikum in wahre Begeisterungsstürme versetzte«. Wie schon der Rezensent der Rhein-Neckar-Zeitung sieht auch Steinbach Irina Simmes als »Star des Abends«, der er eine große Karriere prophezeit: »Mit ihrem strahlkräftigen, bestens focussierten, flexibel und geschmeidig geführten Sopran, der in jeder Lage gleichermaßen gut ansprach und einen großen Nuancen- und Farbenreichtum aufwies, zog sie alle Register ihrer anspruchsvollen Rolle und krönte ihre phänomenale Leistung mit einem fulminanten, hinreißend gesungenen Csardas.«

     

    Im Opernnetz (08.04.2013) berichtet Eckhard Britsch von einem »abgefahrenen, bunten Spiel«, das »mit den üblichen Versatzstücken des Genres gut umgeht und die Verwechslungs-Konstellationen in hohem Spieltempo durcheinander wirbelt. Da kommt Vergnügen auf, zumal die Kostüme von Erika Landertinger fröhlich-schräge Unbeschwertheit suggerieren, während die Bühne von Tom Schenk mit einigen Tür-Elementen Spielraum für jeden Unsinn der Protagonisten lässt«. Dem Philharmonischen Orchester unter Dietger Holm bescheinigt Britsch ein Spiel mit »temperamentvoller, impulsiver und attraktiver musikalischer Geste«. Sängerisch gefiel besonders Diana Tomsche als Adele mit »zauberhaft (…) leicht perlenden Koloraturen«, aber auch Irina Simmes mit »hell aufschwingendem Sopran«, Winfried Mikus mit seinem »charakteristischen Tenortimbre« und Marco Vassalli mit »runder Baritonführung«; ein »hohes Niveau« zeige durchweg die darstellerische Leistung des Ensembles.

     

    »Quietschbunt, originell und irgendwie jung« sei die Arbeit des Regieteams, schreibt Stefan M. Dettlinger im Mannheimer Morgen (09.04.2013) und prophezeit Adepten der klassischen Operetteninszenierung »einen gehörigen Realitätsschock«. Vieles sei tatsächlich »gut gemacht«, das Verkleidungsspiel »bunt, poppig und peppig« und »habe Sex-Appeal«, was vor allem an »Rosalinde-Sängerin Irina Simmes liegt, die toll spielt und kultiviert singt«.

     

    Thomas Weiss sah für den Darmstädter Echo (09.04.2013) eine »grell überdrehte« Fledermaus, in der die Prinzipien der Operette, Verkleidung und Rollentausch, von der Regie »souverän auf die Spitze getrieben« würden. Chor und Darsteller agierten mit »großer Spielfreude« und »Hang zur Parodie«.