Theater und Orchester Heidelberg

Die Griechen

von Volker Braun
Berliner Ensemble, Regie Manfred Karge

im Anschluss Publikumsgespräch

In Volker Brauns neuestem Theaterstück wird die Schuldenkrise Griechenlands mit der attischen Antike zusammenfantasiert. »Ah ja, oh je!«, klagt das griechische Volk im Chor, »Weiß man, was hier gespielt wird?«. 2011: Ministerpräsident Papandreou hat einen Vertrag mit Brüssel ausgehandelt: Schuldenschnitt gegen radikale Sparmaßnahmen. Jetzt fehlt nur noch die Unterschrift. Papandreou zögert. »Viel ist, was auf dem Spiel steht.« Plötzlich, zur Überraschung aller, setzt er eine Volksabstimmung an – und setzt sie wieder ab. Warum? Ein Anfall von Basisdemokratie? Oder raffinierte Taktik? Welcher Dämon reitet ihn? Fünf Jahre später ein neues, altes Spiel: Griechenland ist pleite. Der neue Finanzminister Varoufakis widersteht dem Druck Brüssels. Aber von ihrem Volkshelden erzwingen mit Schrubber und Besen 400 Putzfrauen ihre Wiedereinstellung. Wieder soll eine Volksabstimmung lösen, was unlösbar scheint. Eine Tragödie, eine Komödie – das Spiel über Sinn und Unsinn der Demokratie ereignet sich dort, wo sie vor 3.000 Jahren erfunden wurde – im klassischen Griechenland. »Hier hat es begonnen, wird es hier enden?«

Volker Braun ist ein wahrhaft gesamtdeutscher Autor. Denn solange es die DDR gab, hat er sich als eigensinniger Sozialist mit ihr angelegt. Als solcher legt er sich jetzt auch mit der BRD an, ohne dem Alten nachzutrauern.

Besetzung

Regie Manfred Karge | Bühne und Kostüme Beatrix von Pilgrim | Musikalische Leitung Tobias Schwencke | Licht Steffen Heinke | Dramaturgie Hermann Wündrich | Mit Krista Birkner, Claudia Burckhardt, Raphael Dwinger, Winfried Peter Goos, Anatol Käbisch, Michael Kinkel, Benno Lehmann, Joachim Nimtz, Stephan Schäfer, Sven Scheele, Swetlana Schönfeld, Marina Senckel, Felix Tittel