Theater und Orchester Heidelberg

Die Möwe

Komödie von Anton Tschechow

Aus dem Russischen von Thomas Brasch

»Jetzt ist es also fertig, unser Theater: ein Vorhang, Bretter und die natürliche Umgebung.« Konstantin Treplew, Sohn der erfolgreichen Schauspielerin Arkadina, präsentiert zusammen mit seiner Geliebten Nina sein erstes Theaterstück. Losgelöst von den Menschen soll gezeigt werden, wie das Leben in deren Köpfen aussieht, und dafür verwendet er eine für seine Mitmenschen unverständliche Sprache voller Metaphern. Seine Mutter verhöhnt ihn, und Nina verliebt sich in Trigorin, der nicht nur erfolgreicher Schriftsteller, sondern obendrein noch der Geliebte von Konstantins Mutter ist. Sein künstlerisches Versagen und die unerwiderte Liebe zu Nina treiben Konstantin in die Verzweiflung.

Als Die Möwe 1896 in St. Petersburg uraufgeführt wurde, traf Tschechow auf völliges Unverständnis, das Publikum buhte das Stück aus, die Zeitungen schrieben Verrisse. Das Skandalöse an dieser Komödie war, dass sich durch ein dramatisches Ereignis einfach nichts ändert, alles bleibt wie es ist. Die widersprüchlichen Gefühle seiner Figuren, die psychologisch genau beobachteten Beziehungsgeflechte und die atmosphärische Dichte haben Die Möwe schließlich zu einem Klassiker der Weltliteratur gemacht.

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DIE MÖWE

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • Einen »glänzenden Theaterabend« erlebte Heribert Vogt und berichtet in der Rhein-Neckar-Zeitung (17.02.2014), Dietz verweise in seiner Inszenierung und im »raffiniert strukturierten Spielraum« von Ines Nadler nicht nur auf das Russland Tschechows, sondern zugleich auf unsere Gegenwart. Der Abend lebe vor allem durch die »eindrucksvollen« Leistungen des Schauspieler, so zeiche Dominik Lindhorst den »verzweifelten Sturm-und-Drang-Autor mit überwacher, fast bebend angespannter Nervosität, als ahne er von Anfang an sein Schicksal« und Lisa Förster spiele »die frühe Nina in strahlender Starlet-Manier ebenso glaubwürdig wie die schließlich abgestürzte ,Möweʽ, die in bodenloser Desillusionierung versinkt«.

     

    Eine »packende Deutung« der »Möwe« habe Markus Dietz im Marguerre-Saal abgeliefert, seine Inszenierung entwickle eine »tragikomische Wucht«, schreibt Johannes Breckner im Darmstädter Echo (17.02.2014). Die Leistungen der Schauspieler hätten »starkes Format«, die Charaktere seien »plastisch« herausgearbeitet, »erkennbar geformt«, Dietz zeige großes »Gespür« für seine Schauspieler, der Abend mache »dramatisch Tempo« und ließe sich doch Zeit, »genau hinzuschauen«. Bis in die kleinsten Rollen seien »scharf gezeichnete Studien« erkennbar: »Dietz bringt das Ensemble miteinander ins Spiel, entfaltet eine bemerkenswerte tragikomische Kraft.«

     

    Von einer »transparenten Regie« mit »lebendig und frisch« agierenden Schauspielern, einer »großen Besetzung mit großen Leistungen bis in die kleinsten Rollen« berichtet Ralf-Carl Langhals im Mannheimer Morgen (18.02.2014). Sein Fazit: »Das Ergebnis reift zum bisher besten Ensembleabend des Heidelberger Schauspiels unter Holger Schultze. Applaus!«

     

    Eine »überzeugende Produktion« sei in Heidelberg gelungen, schreibt Jürgen Berger in der Rheinpfalz (21.02.2014). Der Tschechow-Text würde in der Inszenierung von Markus Dietz »zupackend ausgeleuchtet«, es entwickle sich »überaus gehaltvolles Schauspieler-Theater«, in dem Markus Dietz die »sich zwischen den Figuren entspinnenden Fäden« sehr schön herausarbeite. Fazit des Kritikers: »eine Inszenierung, mit der das Heidelberger Schauspiel zeigt, was in ihm steckt«.