Theater und Orchester Heidelberg

Die Orestie

von Aischylos

Aus dem Griechischen von Peter Stein

Die einzige erhaltende Tragödientrilogie der griechischen Antike behandelt die Geschichten der letzten Generationen des Atriden-Fluches. Im ersten Teil wird die Ermordung Agamemnons durch seine Frau Klytaimnestra geschildert, die Vergeltung dafür üben will, dass Agamemnon ihre Tochter Iphigenie für das Gelingen des Trojanischen Krieges geopfert hat, und schließlich mit einer Zweitfrau an seiner Seite heimkehrte. Der zweite Teil schildert wie Klytaimnestras Sohn Orest gemeinsam mit Elektra den Tod des Vaters rächt. Doch kaum ist das Blut der Vater-Mörder geflossen, treten die Erinnyen – die Rachegeister – auf den Plan und bestrafen Orest durch Verfolgung. Davon erzählt der dritte Teil. Schließlich initiiert Pallas Athene eine Art Gerichtsprozess, der die Kontrahenten aufeinandertreffen lässt. Damit ist der Grundstein gelegt für einen Übergang vom System der Blutrache zu einer Rechtsprechung durch ein von Vertretern des Volkes zusammengesetztes Gericht.

Die Orestie steht am Anfang der abendländischen Theatertradition. Der junge Regisseur Ingo Berk (u. a. Theater Bonn, Schauspielhaus Graz, Volkstheater Wien, Schauspielhaus Zürich) wirft einen heutigen Blick auf die antike Tragödie.

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Die Orestie

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • Eine Orestie »irgendwo zwischen Afghanistan und Pakistan« sah Stefan Benz in Heidelberg, die antike Trilogie sei von Regisseur Ingo Berk aber keinesfalls »plump aktualisiert, sondern überzeugend übertragen«, schreibt er im Darmstädter Echo (14.04.2014). Das »Lehrstück für die Demokratie« sei »klug wie spannend entwickelt«, jedes der drei Dramen stehe für sich, »getragen von einem Ensemble, das wie aus einem Guss agiert«, wenn auch der Kritiker die darstellerische Leistung der »herausragenden Christina Rubruck« besonders hervorhebt. Fazit des Kritikers: »Was engagiertes Stadttheater vermag, hier ist es eindrucksvoll zu besichtigen.«

     

    »Was für ein Stoff!«, ruft Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (14.04.2014) aus, Regisseur Ingo Berk habe aus diesem sein »eigenes Ding« gemacht: »Konzentration, Transparenz und Werktreue heißen seine Stilmittel. Und so gelingt es ihm, den bis heute aktuellen Gehalt der ›Orestie‹ herauszukitzeln.« Das »einfache, aber sinnfällige« Bühnenbild von Damian Hitz werde belebt durch das Schauspielensemble, aus dem der Kritiker einige Darsteller heraushebt (Christina Rubruck mit »starker, zwischen Süffisanz und Kaltblütigkeit changierender Bühnenpräsenz«), jedoch am Ende bemerkt: »Alle zusammen bewältigen diesen langen, aber dennoch kurzweiligen Abend, dessen eigentlicher Star das gesamte Ensemble ist.«

     

    Im Mannheimer Morgen (14.04.2014) berichtet Alfred Huber, auch er attestiert dem Schauspielensemble gute Leistungen: so erlebte der Kritiker »ein paar herrliche Theaterminuten mit Hans Fleischmann, dem Wächter. Staunend lauschen wir dem, was seine Gehirnzellen bewegt, eine sonderbare und zugleich faszinierende Mischung aus Schwerfälligkeit und Hellsichtigkeit, ein Grenzgänger zwischen Narrenhaus und Weisheit.« Auch Nicole Averkamp habe »nachhaltige schauspielerische Akzente« gesetzt, und Katharina Quast als »klug distanzierte Athene« spannende Dialoge mit Ernye Karin Nennemann geführt und Steffen Gangloff als Apollon »die überaus bemerkenswerten Qualitäten eines forschen Winkeladvokaten« enthüllt.