Theater und Orchester Heidelberg

Die Verwandlung

nach Franz Kafka

»Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt.« Kafkas Beginn seiner Erzählung Die Verwandlung gehört zu den berühmtesten Anfangssätzen der Weltliteratur und fasst unnachahmlich nüchtern einen ungeheuerlichen Vorgang zusammen: Nicht die Welt hat sich über Nacht verändert, sondern ein einzelner Mensch. Beim Einschlafen war Gregor noch ein fleißiger, angepasster Angestellter, der mit seiner Arbeit brav Eltern und Schwester ernährt, beim Aufwachen findet er sich ansatzlos im Körper eines Käfers wieder – und muss hilflos feststellen, dass zwar sein Denken noch funktioniert, er aber nicht einmal mehr in der Lage ist, menschlich zu kommunizieren.
Franz Kafka hat mit seiner exakt vor 100 Jahren erschienenen Erzählung einen jener Albträume erschaffen, die man weltweit mit seinem Namen assoziiert. Ohnmächtig und nutzlos geworden für die Gesellschaft, erlebt Gregor Samsa, wie rapide und gnadenlos das Entsetzen und Mitleid seiner Umwelt der Beschämung und schließlich dem puren Angewidertsein weicht. Ungeziefer hat keinen Platz im Leben einer glücklichen Familie. Ungeziefer ist zu bekämpfen.

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Die Verwandlung

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Schlüssig« sei Britta Enders Inszenierung, schreibt Sibylle Dornseiff im Mannheimer Morgen (20.02.2016), zeige sie doch als »einzig ›echten‹ Mensch das Ungeziefer Gregor Samsa«, den Martin Wißner hier »grandios« verkörpere: »anrührend« und mit »enormem körperlichen Einsatz«. Besonders erwähnt die Rezensentin auch das »gelungene« Bühnenbild von Erika Hoppe in einer Inszenierung, die vom Publikum mit »sehr viel Beifall« aufgenommen wurde.

    Der »Prosacharakter des Werkes« bliebe in der »kleinen, unaufgeregten Studiobühnen-Inszenierung« gewahrt, schreibt Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (18.04.2016). Die Arbeit von Britta Ender zeige, dass es – wie oft bei Kafka – »für die Protagonisten kein Entrinnen« gebe. Martin Wißner habe mit seinen »pantomimischen Verrenkungen an die Fantasie des Publikums appelliert«, in den Rollen der Eltern hätten Andreas Seifert und Christina Rubruck gezeigt, wie der Schrecken »zu Momenten grotesker Komik aber auch zu betretener Erstarrung« führen könne.