Theater und Orchester Heidelberg
Wilfried Staber (Don Pasquale), Damenchor; Foto Sebastian Bühler

Don Pasquale

Dramma buffo in drei Akten von Gaetano Donizetti

Libretto von Giovanni Domenico Ruffini und Gaetano Donizetti nach dem Libretto von Angelo Anelli zu dem dramma giocoso »Ser Marcantonio« von Stefano Pavesi

In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Empfohlen ab 12 Jahren

Ernesto liebt und wird wiedergeliebt von Norina. Doch der Hochzeit steht Don Pasquale im Wege, ein alter Junggeselle und Erbonkel Ernestos. Um seinen Neffen an der Ehe mit der verarmten Witwe zu hindern, beschließt er, sich selbst zu vermählen. Beraten wird er vom findigen Doktor Malatesta, der ihm die eigene Schwester anträgt. Sofrina sei fügsam und liebevoll, eine Mustergattin. Beim ersten Kennenlernen bestätigt sich das für Don Pasquale und er ist sofort zur Ehe sowie zur Überlassung der Hälfte seines Vermögens bereit. Doch nach der Vertragsunterzeichnung gerät sein Leben aus den Fugen: Das scheinbar fügsame Mädchen zeigt sich eigensinnig und gibt den alten Herrn der Lächerlichkeit preis. Alle Versuche, sich von dieser Frau wieder zu trennen, scheitern. Doch am Ende entpuppt sich das Vorangegangene als doppeltes Spiel und jeder bekommt die Möglichkeit, nach seiner Fasson glücklich zu werden.

Mit dieser Komödie schuf Donizetti (1797–1848) eines der letzten großen Werke in der Tradition der opera buffa. Es verschmelzen handfeste Komik und lebensnahe Figuren mit der orchestralen Raffinesse und dem Melodienreichtum des Belcanto-Komponisten, der wenige Jahre zuvor seine berühmten Opern »L’elisir d’amore« und »Lucia di Lammermoor« schuf.

Theaterpädagogisches Begleitangebot: Begleitmaterial | Vorbereitung 

Eine Einführung der Musiktheater-Dramaturgin Merle Fahrholz können Sie hier anhören.

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Don Pasquale

Trailer von Thiemo Hehl

»Don Pasquale« meets 257ers

Pressestimmen

  • Ein »heiteres, kurzweiliges Vergnügen« sei die Inszenierung von Andrea Schwalbach; wer im Theater »gut gemachte Unterhaltung« suche, sei hier »richtig«, so Matthias Roth in der Rhein-Neckar-Zeitung (29.01.2018). Die musikalische Vorlage werde hier mit »Liebe zum Detail« und »szenisch intelligent umgesetzt«, das Premierenpublikum habe viel Spaß gehabt: »Das könnte ein Renner werden!« Donizettis Opera buffa lebe vor allem von den Charakteren, die in Heidelberg »wunderbar« besetzt seien. Neben Wilfried Staber als Don Pasquale (»eine Wucht«) könne vor allem Yasmin Özkan als Norina glänzen: mit »fabelhafter Stimme und starker Bühnenpräsenz« präsentiere sie ihre »koloraturenreiche Partie virtuos und mit scheinbarer Leichtigkeit«: »Allein schon ihretwegen lohnt der Weg ins Heidelberger Theater.«

     

    Eine »sehr lebendige Inszenierung« beobachtete Frank Pommer, begeistert sich aber in der Rheinpfalz (29.01.2018) vor allem für die »wundervolle« Musik: Donizetti sei ein »Genie der schönen Melodien« und das Philharmonische Orchester unter Davide Perniceni finde zu einem »federnden, flirrenden Donizetti-Klang«. Es werde »reaktionsschnell und italienisch musiziert«, eben Opera buffa »in Reinkultur«. »Italienisches Opernglück« bereiteten auch Ipča Ramanović als Malatesta und Yasmin Özkan als Norina.

     

    Für den Mannheimer Morgen (30.01.2018) schreibt Eckhard Britsch, die Regisseurin habe das Bühnengeschehen »griffig, munter und mit Gespür für Situationskomik« angeordnet, »schwungvoll und dennoch differenziert« musiziere das Philharmonische Orchester Heidelberg unter Davide Perniceni. Den Abend prägen würden aber die Sängerdarsteller Wilfried Staber als Don Paquale – seine Darstellung »beherrscht die Bühne«, seine Stimme fließe »rund und ausdrucksstark« – und Yasmin Özkan als Norina, die mit »Koketterie und Spielwitz« alle »um den Finger wickelt« und deren Stimme »Begeisterung« auslöse.

     

    Für das Online-Magazin theater:pur (29.01.2018) berichtet Eckhard Britsch von einer »bunten, optisch oft schrillen Inszenierung« die gleichzeitig »in die Tiefe der Figurenzeichnung« ziele. Don Pasquale werde von Wilfried Staber »prächtig in Stimme und Spiel« verkörpert, zweiter »Star des Abends« sei Yasmin Özkan als Norina, eine Begabung, von der man − so die Prognose des Rezensenten − »noch viel hören werde«. Im Spiel lebe sie »alle Nuancen dieser Figur« aus und präsentiere ihre Stimme »mit feinem Vibrato-Schimmer« und »zauberhaften Koloraturen«»glänzend in Form«. Insgesamt könne der Abend zwar nicht die Opera-buffa-Klischees überwinden, hinterlasse aber − auch dank dem Philharmonischen Orchester unter Davide Perniceni, das die Partitur differenziert und schwungvoll ausgelebt habe − einen »nachhaltigen Eindruck«.