Theater und Orchester Heidelberg

Einer flog über das Kuckucksnest

von Dale Wasserman

Nach dem gleichnamigen Roman von Ken Kesey

Deutsch von Ingeborg von Zadow

»Sie haben Sender in unsere Köpfe gepflanzt. Im Fußboden sind Magneten, damit wir nur dorthin können, wohin sie wollen. Wir haben Zahnräder in unseren Bäuchen und ein aufgeschweißtes Lächeln. Und jedes Mal, wenn sie auf einen Knopf drücken, schalten sie uns an oder aus. Sie haben ein Netzwerk über das ganze Land – Fabriken wie diese, um Fehler zu reparieren, die sie draußen gemacht haben.« Das Stück erzählt die Geschichte von Randle P. McMurphy, der vom Gefängnis in die Psychiatrie (das Kuckucksnest) verlegt wird und die Patienten dort mit Witz und Vehemenz zum Widerstand aufruft gegen fragwürdige Therapiemaßnahmen – und gegen die subtilen Mechanismen von Überwachen und Strafen.

Basierend auf Ken Keseys Bestseller von 1962 und in der Verfilmung von Milos Forman 1975 mit fünf Oscars ausgezeichnet, war Dale Wassermans Dramatisierung seit 1977 vielfach auf deutschsprachigen Bühnen zu sehen. Der junge Regisseur Matthias Kaschig wagt eine Wiederentdeckung. Ein weiterer Beitrag zum Amerika-Projekt anlässlich des Abzugs der US-Truppen aus den Heidelberger Kasernen. »So viele Dinge sind wahr, auch wenn sie nie wirklich passieren.«

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EINER FLOG ÜBER DAS KUCKUCKSNEST

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • Für den Mannheimer Morgen (25.11.2013) berichtet Eckhard Britsch von einem Theaterabend, der den Schauspielern »viel Raum« lasse und und mit Tempowechseln und einer »plakativen« Inszenierung der Figuren eine »spannungsgeladene, immer bedrohlichere Wirkung« erreiche – die Heidelberger Bühnenfassung könne sich vom Vorbild der Forman-Verfilmung emanzipieren und entwickele »ihren eigenständigen Sog«. Lob für das Schauspielensemble: »Katharina Quast lässt das geheimnisvolle Spiel zwischen Lust und Macht, Einforderung von Unterwerfungsgesten und zuwendender Pervertierung beklemmend werden« und Volker Muthmann als McMurphy »schöpft viele Facetten aus, vom lockeren Macho zum demoralisierten Erniedrigten«; »individuell geprägt die Patienten« – das Ensemble verkörpere »anschaulich die gebrochenen Figuren«.

     

    Auch Volker Oesterreich bescheinigt der Regie von Matthias Kaschig, er habe nicht versucht, den berühmten Film von 1975 zu kopieren, sondern sei in seiner Inszenierung »einen anderen, theatergerechteren Weg« gegangen. In der Rhein-Neckar-Zeitung (25.11.2013) berichtet er weiter von »schönen Momenten«, insbesondere im Choreografieteil von Valentí Rocamora i Torà und von guten Schauspielerleistungen: Katharina Quast verleihe dem »Dragoner im Schwesternkittel« »die nötigen Gemeinheiten« Volker Muthmann spiele seinen McMurphy »voller Energie«; »eindrucksvoll« auch die Leistung Komi Togbonous als Häuptling Bromden.