Theater und Orchester Heidelberg

Fetonte

Oper in drei Akten von Niccolò Jommelli

Libretto von Mattia Verazi nach dem Libretto von Philippe Quinault zur Tragédie en musique Phaéton (Versailles 1683) von Jean-Baptiste Lully, nach den Metamorphosen (um 5 n. Chr.) von Ovid

Die vierte Oper in der Reihe der opere napolitane, der neapolitanischen Opern des Winter in Schwetzingen  , bettet den Mythos vom Sonnensohn Phaëthon in eine Geschichte von Liebesrivalitäten ein: Fetonte (Phaëthon) und Libia lieben einander und sollen nach dem Wunsch der Mutter Fetontes, Königin Climene, heiraten. Zwei Nachbarkönige aber – der eine begehrt Libia, der andere Climene zur Frau – streuen Sand ins Getriebe: von Heiratsanträgen, Gefangennahmen, Kriegsdrohung bis hin zum Zweifel an Fetontes göttlicher Herkunft. Dieser letzte Widerspruch trifft den wunden Punkt und bringt so den Widersacher zum Ziel: Fetontes Begier, sich als Sohn eines Gottes zu legitimieren, steigert sich zum Größenwahn. Jede Warnung missachtend, lenkt er zur Demonstration seiner Göttlichkeit den Sonnenwagen seines Vaters Sol über den Himmel, verliert die Führung und stürzt ins Meer, während die taumelnde Sonne die Erde in Flammen schlägt und alles in Rauchschwaden hüllt.
Demis Volpi, der als Hauschoreograf des Stuttgarter Balletts und Träger des Deutschen Tanzpreises »Zukunft« in die erste Reihe der Generation junger Choreografen vorgerückt ist, gibt mit Fetonte sein Debüt als Opernregisseur.

Besetzung

Bilder


Videos

Fetonte

Trailer von Dora Detrich

Pressestimmen

  • Für SWR2 besuchte Elisabeth Richter die Premiere im Rokokotheater. Ihre Rezension, gesendet am 29.11.2014 im »SWR2 Journal am Mittag«, können Sie hier nachhören.

  • Ein »großes Plus der Inszenierung« sei die »sehr geschmeidige, individuelle Personenführung«, schreibt Eckhard Britsch im Opernnetz (30.11.2014), »bestechend« sei das »Psychogramm eines unreifen jungen Mannes« von Demis Volpi gezeichnet. Counter Antonio Giovannini zeige sich in der Titelrolle als »überzeugender Sänger-Darsteller, der die von Katharina Schlipf verstaubt-bürgerlich eingerichtete Bühne subtil beherrscht«. Janine de Bique zeichne ihre Climene mit »messerscharf geführtem Sopran und herrisch-attraktiver Geste«, Rinnat Moriah glänze mit »heller, genauer und agiler Koloratur«. Auch dem Philharmonischen Orchester glücke unter Felice Venanzoni der Abend: »sehr intensiv, voll affektiver Akzente und mit streckensweise energischem Feuer«.

     

    In seiner ersten Regiearbeit habe Volpi »spannende, schöne Bilder« gefunden und gehe »sensibel auf die Musik ein«, findet Angela Reinhardt und schreibt in der Esslinger Zeitung (01.12.2014) weiter, dem Regisseur gelinge die Kunst, »die anfangs scheinbar schematisch entworfenen Intriganten in ihren ewig langen Arien als Liebende und Suchende zu zeigen, ohne dabei das Zeitmaß der Barockoper zu zerstören. Seine symbolträchtigen, detaillierten Bilder stellen Verbindungen her, erklären die Figuren fast noch stärker aus ihrer Musik als aus dem Text.« »Innig« klängen besonders die Duette und langsamen Arien: »geradezu magisch die Szene, wenn die geheimnisvolle, körperlose Stimme Mathmanns hinter der Sonne hervorklingt«.

     

    Ein »gut konzipiertes Kammerspiel« beobachtete Matthias Roth für die Rhein-Neckar-Zeitung (01.12.2014). »Ein paar wunderbare Arien und Ensembles« habe der »zwischen Barock und Frühklassik« stehende Abend zu bieten; »gänzlich überzeugt« habe Sopranist Philipp Mathmann mit »knabenhaft-reiner Stimme und federleichten Koloraturen«, Namwon Huh habe einen »außergewöhnlich fein geschliffenem, intonatorisch sicheren, hellen Tenor« gezeigt, mit »höchst flexibler und dabei gut geführter Stimme« habe Janine de Bique »brilliert« – »Ein Genuss!«. Lob auch für Elisabeth Auerbachs »charakterstraken Mezzo« und Rinnat Moriahs »herrliche Kostproben« ihrer »sehr leichten« Stimme. »Konzentriert und höchst vital« habe das Philharmonische Orchester agiert, »bemerkenswert präzise« sei das »schwungvolle Dirigat« Felice Venanzonis umgesetzt worden.

     

    »Spannend« fand Uwe Schweikert die musikalische Umsetzung durch Felice Venanzoni, der die Rezitative »glänzend« begleitet und »mit agogisch geschärftem Spiel sowohl die rhetorische Außen- wie die psychologische Innensicht der Musik« akzentuiert habe. Auch die Solisten hätten ihre anspruchsvollen Partien »bewundernswert souverän« präsentiert, schreibt der Kritiker in der Stuttgarter Zeitung (01.12.2014) weiter, »am eindrücklichsten der auch spielerisch enorm präsente Sopranist Antonio Giovannini als Fetonte und die vor allem stimmlich überzeugende, mit rundem, vollem Ton singende Jeanine De Bique als Climene.« Auch die weiteren Kastratenrollen hätten in »besten Counter-Händen« gelegen, Rinnat Moriah »als koloraturensichere Teti geglänzt«.
    Eine »interessante und stringente Personenführung«, eine Inszenierung mit »vielen Einfällen und viel Humor« im »grandiosen Bühnenbild« von Katharina Schlipf sah Manfred Langer für den Opernfreund.de (30.11.2014). Dirigent Felice Venanzoni habe mit dem konzentriert aufspielenden Philharmonischen Orchester eine »große Spannweite der Musik ins Werk gesetzt«. Als »ganz großes Talent« habe sich Philipp Mathmann vorgestellt, mit »klarer, leuchtender Stimme« und als Il Sole »fast überirdisch klingend«; »Königin des Gesangs« war für den Kritiker Janine de Bique mit »überzeugender Bühnenpräsenz« und einem »reichen Sopran von gekonnten Koloraturen bis zum Dramatischen«. Fazit: Ein »sehr gelungener Abend«.

Partner und Sponsoren