Theater und Orchester Heidelberg

Fukushima, my love

Gastspiel der costa compagnie, Hamburg

  • Archiv – Spielzeit 2013|14

  • Gastspiel

    Zwinger 1+

»Diese Performance erhellt den Schatten, den sie vorauswirft.« Die Welt
»›Fukushima, my love‹ vermittelt kunstvoll Wissen, Gefühl und Verständnis zu Fukushima und der japanischen Kultur.« Now!Out

Eineinhalb Jahre nach der Dreifach-Katastrophe reist ein Mitglied der costa compagnie im Oktober 2012 auf Spurensuche durch Japan. Zurück kehrt es mit einem Rucksack voller Interviews, Sounds und Videobildern.
In ihrer aktuellen Produktion überprüft die Compagnie, ob sich anhand der Recherche-Reise und einer Tanzperformance in Hamburg die zeitliche, räumliche und kulturelle Distanz zu den Ereignissen der Katastrophe verringern lässt.
Drei Tänzer, zwei Performer, eine Musikerin und ein Videokünstler nähern sich anhand der 35 vor Ort geführten Interviews und über eine Vielzahl japanischer Mythen, Musiken und Videos dem Unbegreiflichen in einer fremden und entfernten Kultur. Es entsteht eine sinnlich-essayistische Arbeit zwischen Tanz, situativer Installation und Theater, welche die Frage fokussiert: Was ist der Mensch in der Katastrophe?

Die costa compagnie wurde in Hamburg als kollaborative, offene Formation mit festem Kern gegründet. Die Ergebnisse bedienen sich dokumentarischer, performativer und choreographischer Methoden. Sie verfolgt dabei das Konzept einer Archäologie der Gegenwart. Ihre Arbeit ist Reflektor, Zeugenschaft, Forschungsvorhaben, Bewegung und Verortung.

Das Gastspiel bildet den Auftakt der zweijährigen Kooperation CONVERSION mit dem Theater und Orchester Heidelberg. Dabei widmet sich die Gruppe, gefördert durch den Fonds Doppelpass der Kulturstiftung des Bundes, der US-amerikanischen Besatzung und recherchiert in Heidelberg, den USA und in Afghanistan.

Einen Einblick in Fukushima, my love gibt es im Trailer der costa compagnie.

Besetzung

Pressestimmen

  • Für die Rhein-Neckar-Zeitung (04.10.2013) sah Heribert Vogt eine »eindrucksvolle Tanz-Performance«, »einen Theaterabend, der einem wirklich die Schuhe auszieht«, da die Aufführung »die massenmedial verbreiteten – und schon gewohnten – Bilder von der Atomkatastrophe in Japan durchbricht und ihre schrecklichen Auswirkungen ganz nah herankommen lässt«. Ergebnis der Recherche in Japan sei eine »große Bühnencollage«, ein »Sinnenrausch«, der ein »eigenständiges Bild des fernen Inselstaats und seines Umgangs mit der letztlich unsagbaren Bedrohung« vermittle. »Unfassbar und unsichtbar bleibt die verheerende Strahlung letztlich auch an diesem knapp zweistündigen Abend. Aber die zeitarchäologische Annäherung an den glühenden Kern der Katastrophe durch die Hamburger Gäste sorgte doch für eine ganz erhebliche Sensibilisierung hinsichtlich der fatalen Konsequenzen«.

     

    Auch der Mannheimer Morgen (05.10.2013) zeigt sich beeindruckt von der Performance der costa compagnie: »In der vielseitigen Annäherung durch Tanz und Performance, Text, audiovisuelle Medien, Kostüme und Requisiten gelingt es der Gruppe, den für uns befremdlich anmutenden Umgang einer Gesellschaft mit der Reaktor-Katastrophe zu vermitteln. (…) In der offenen Struktur der künstlerischen Mittel gelingt dem Kollektiv eine Form der Annäherung, die stark berührt.«