Theater und Orchester Heidelberg

Furcht und Hoffnung in Deutschland

von Franz Xaver Kroetz

  • Archiv – Spielzeit 2011|12

»Notiz. Als ich das Stück schrieb, hieß es: Furcht und Hoffnung der BRD. Die Zeit war noch nicht reif, dieses an sich schon als verfassungsfeindlich angesehene Kürzel durch das stattliche Deutschland zu ersetzen. Die Zeit ist reif; ich danke der Wiedervereinigung, dem Herrn Dr. Kohl, den vielen andern. Endlich macht das große Thema des Stücks nicht mehr vor den widernatürlichen innerdeutschen Grenzen halt: Die Arbeitslosigkeit hat fast alle erreicht. Und mein Stück endlich den schönen, runden Titel. Danke vielmals!«
F. X. Kroetz, 30. Juni 1997

Kroetz’ Stück, das in seinem Titel auf Bertolt Brechts Furcht und Elend des Dritten Reiches Bezug nimmt, wurde 1984 uraufgeführt. Die Gesellschaft hat sich seither rasant gewandelt – nicht nur durch die Wiedervereinigung. Nicht verändert hat sich die Verbindung von gesellschaftlichem Ansehen und Erwerbsarbeit. Von denen, die darunter leiden, mit der Arbeit auch ihr gesellschaftliches Ansehen und ihre Teilhabe zu verlieren, erzählt Kroetz’ Stück.

Mit Furcht und Hoffnung in Deutschland war das Heidelberger Schauspiel am 10. März 2012 zu Gast am Theater an der Ruhr in Mülheim.