Theater und Orchester Heidelberg

Hanglage Meerblick

von David Mamet

Aus dem Amerikanischen von Bernd Samland

Die »Maxime der Verkaufspraxis« der Immobilienmakler George Aaronow, Shelly Levene, Dave Moss und Richard Roma lautet: »Verkaufen, verkaufen, verkaufen. Den Kunden rumkriegen, den Scheck zu unterschreiben.«
Die Grundstücke müssen weg, auch wenn die wirtschaftliche Lage des jeweiligen Klienten nicht so sonnig ist, wie es der Meerblick des zu verkaufenden Grundstücks verspricht. Der Verkaufserfolg ist dabei der ganze Lebensinhalt und die einzige Daseinsberechtigung der Makler.
Die Geschäftsleitung hat radikale Maßnahmen zur Umstrukturierung der vor sich hin dümpelnden Abteilung beschlossen. Die vier Kollegen werden von Büroleiter Williamson einem gnadenlosen Wettbewerb ausgesetzt: Derjenige von ihnen, der die meisten Abschlüsse verbucht, erhält einen Cadillac als Dienstwagen. Der Zweite behält seinen Job. Die anderen Beiden werden gefeuert. Damit ist das Rennen um die gewinnträchtigsten Kundenadressen eröffnet.

Hanglage Meerblick ist ein Bürokrimi, der den harten Konkurrenzkampf von Angestellten, die mit allen Mitteln um ihren Arbeitsplatz ringen, zeigt. Ein reines Männerstück, das ein Immobilienunternehmen als Spiegel der Leistungsgesellschaft zeigt, wobei man(n) schon über 50 ist und das Burnout-Syndrom an einem nagt. Eins ist klar: » Ein Mann ist sein Job«, koste es, was es wolle …

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HANGLAGE MEERBLICK

Trailer von Eduardo Serrano

Pressestimmen

  • Obwohl seit der Uraufführung schon einige Jahre vergangen seien, wirke das Stück in der Inszenierung von Ingo Berk »als Kapitalismuskritik aktuell wie eh und je« schreibt Alfred Huber im Mannheimer Morgen (26.02.2013). Außerdem zeige sie »einmal mehr, dass vor der Moral das Fressen kommt und aus den anfänglichen Bruchlinien des Kapitalismus inzwischen riesige Klüfte geworden sind, in denen nicht nur die Finanz- und Immobilienbranche zu versinken droht.«

     

    »›Hanglage Meerblick‹,« so beschreibt es Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (25.02.2013) »zeigt die schlimmsten Auswüchse des Sozial-Darwinismus im Zeitalter des Turbo-Kapitalismus. Eine Bürogemeinschaft von Maklern steht im Mittelpunkt dieses Reißers, der von Ingo Berk im Zwinger1 des Heidelberger Theaters mit dem richtigen Gespür für verletzende Wortgefechte inszeniert wurde.«

     

    Johannes Breckner schildert den Lesern des Darmstädter Echo (01.03.2013) dem Zuschauer bliebe »keine Sekunde der Demütigung« erspart: »Man sieht Steffen Gangloff als Zyniker«, Andreas Seifert »den die Angst im Anzug schlottern lässt«, »Hans Fleischmann karikiert den vorsichtigen Taktierer«. Und dann gebe es zwei weitere Karikaturen, zum einen von Olaf Weißenberg als »der ruppige Polizist« zum anderen von »Florian Mania mit steinerweichend traurigem Blick das Opfer, das eine Schrottimmobilie angedreht bekommt, die es sich nicht leisten kann.«