Theater und Orchester Heidelberg

Heute Abend: Lola Blau

Musical für eine Schauspielerin von Georg Kreisler

  • Archiv – Spielzeit 2013|14

  • Wiederaufnahme

    Zwinger 1+

Nicole Averkamp ist Lola Blau. Dieses außergewöhnliche Stück für eine einzelne Sängerin und Schauspielerin erzählt von der Karriere einer jungen Bühnenkünstlerin, beginnend in der Zeit des Anschlusses Österreichs an Nazi-Deutschland 1938. Lola Blau geht über die Schweiz ins Exil nach Amerika, wird berühmt, verliert ihre Illusionen und kehrt nach dem Krieg nach Wien zurück. Seit seiner Uraufführung 1971 in Wien hat Heute Abend: Lola Blau nicht an Aktualität verloren. Die Kabarettsongs des großen Komponisten, Sängers und Dichters Georg Kreisler (1922-2011) umfassen eine Spannweite von virtuoser Komödie bis zur berührenden Tragödie. Am Klavier: Jens Schlichting.

»Lola Blau ist die Geschichte einer Ohnmacht. Lola steht dem Antisemitismus ebenso ratlos ohnmächtig gegenüber wie dem eigenen Judentum. Sie ist ohnmächtig gegen die sturen Schweizer, wütet ohnmächtig gegen die Sex-Karriere in Amerika, und zum Schluss ist sie wieder ohnmächtig gegen die österreichischen Ewig-Gestrigen. Sie will eigentlich nichts als ein bisschen tanzen und singen und ihrem Publikum Freude machen. Aber sie muss einsehen, dass es nichts nützt, nur einen kleinen bescheidenen Platz an der Sonne erhaschen zu wollen. Jeder Mensch muss vor allem versuchen, die Hindernisse, die die Sonne verstellen, für sich und seine Mitmenschen aus dem Weg zu räumen« (Georg Kreisler).

Besetzung

Bilder


Pressestimmen

  • Christina Altmann schrieb für den Mannheimer Morgen (06.02.2013), Nicole Averkamp führe die Schicksalsjahre der Lola Blau »eindrucksvoll vor Augen«: »Mal schrill und burlesk, mal übermütig und forsch, mal still und nachdenklich präsentiert sie die Kreisler-Songs, die so tiefsinnig poetisch, aber auch kritisch ironisch den leidvollen Weg einer durch bittere Erfahrung gereiften Soubrette charakterisieren.«

    In der Rhein-Neckar-Zeitung (05.20.2013) berichtet Heide Seele: »Sie (Nicole Averkamp) singt mit fester Stimme, wechselt auch mal ins Parlando und verfügt über eine differenzierte Mimik und Gestik. Die Gratwanderung zwischen tragischer Figur und auftrumpfender Künstlerin gelingt ihr gut, denn ihr komödiantisches Spiel kann plötzlich umschlagen in tiefe Trauer (…). Der Pianist Jens Schlichting, auch als musikalischer Leiter ausgewiesen, ist vorzüglich. (…) Applaus, Applaus.«