Theater und Orchester Heidelberg

Internationaler Autor*innen­wettbewerb Litauen

Texte von Ieva Stundžytė, Matas Vildžius und Gabrielė Labanauskaitė

Vorgestellt werden
»Identify« von Ieva Stundžytė (Lesung um 13.30 Uhr),
»Mütter und ihre Söhne« von Matas Vildžius (Lesung um 14.30 Uhr) und
»Immobiliendrama« von Gabrielė Labanauskaitė (Lesung um 16.00 Uhr).

Im Anschluss an jede Lesung findet ein Publikumsgespräch statt.

»Identify« von Ieva Stundžytė

aus dem Litauischen von Lydia Nagel

Es lesen Nicole Averkamp, Sheila Eckhardt, Daniel Friedl, Jonah Moritz Quast, Nadja Rui, Magdalena Wabitsch, Olaf Weißenberg, Friedrich Witte
Einrichtung Lene Grösch

Ieva Stundžytė; Foto Glasses n’beard

Acht Episoden, acht Lebensgeschichten, acht Menschen: Sie sind durch Verwandtschaft, die gemeinsame Vergangenheit oder auf den ersten Blick zufällig, miteinander verbunden. Sie teilen einen gemeinsamen Überlebensmotor – um sich selbst zu identifizieren, wird jede*r von ihnen seine*ihre eigene Geisel. Kaleidoskopisch zeigt der Text Menschen des 21. Jahrhunderts in Auseinandersetzung mit sich selbst und der sie umgebenden Welt.

Da gibt es die Studentin Mari, die ein Doppelleben führt, den Arzt Harry, den seine Vergangenheit nicht loslässt oder seine Kindheitsfreundin Teri, die am Rande der absoluten Selbstzerstörung steht. Auch von Harrys manipulativer Frau Anika, ihrem Bruder Lucas, der nichts als die Befriedigung seiner sexuellen Bedürfnisse im Sinn hat, und dem suizidalen Schriftsteller Eick ist die Rede. Alle sind sie geprägt von tiefer Einsamkeit und einer starken Sehnsucht nach »etwas«, das sie nicht wagen, Liebe zu nennen. Selbst der menschliche Klon Zero und der asexuelle Indigo setzen der Welt der Individuen nichts entgegen, anstatt Vorboten einer »neuen Welt« zu werden.

leva Stundžytė
wurde 1983 in Kaunas, Litauen, geboren. Sie ist Autorin, Schauspielerin und Regisseurin. Für die Uraufführung ihres Textes »Identify« übernahm sie selbst die Regie.

»Mütter und ihre Söhne« von Matas Vildžius

Es lesen Sophie Melbinger und Friedrich Witte
Einrichtung Maria Schneider, Georg Zahn

Matas Vildžius

Ein Paar lebt getrennt. Nach der Beerdigung der Mutter des Mannes sucht dieser in der Nacht die Nähe seiner Ex-Frau. In der von Trauer und Verlust geprägten Stimmung geraten sie in den Sog der Vergangenheit. Stück für Stück werden Erinnerungen lebendig und zwar im wahrsten Sinne des Wortes, denn das Paar beginnt Situationen von früher nachzustellen: wie die Mutter dem Mann einst ein Spielzeugauto schenkte, obwohl sie kein Geld hatte oder der Mann sich weigerte, mit der Frau beim ersten Rendezvous zu tanzen. Über die groteske Wiederbelebung des Vergangenen erkennen die beiden, wie ihr gemeinsames Leben an ihnen vorübergezogen ist und sie sich zwangsläufig immer weiter voneinander entfernt haben. Am Ende der Nacht dann ein Hoffnungsschimmer. »Mütter und ihre Söhne« ist ein eindringliches Kammerspiel über die Fragilität von Menschlichen Beziehungen, Liebe und Nähe – intensiv und geheimnisvoll.


Matas Vildžius

ist Dramatiker und Drehbuchautor. Er studiert derzeit im dritten Jahr Szenisches Schreiben an der Akademie für Musik und Theater in Vilnius/Litauen. »Mütter und ihre Söhne« ist sein fünftes abendfüllendes Theaterstück. Er verfasste bereits zahlreiche Kurzfilm- und Spielfilmdrehbücher.

»Immobiliendrama« von Gabrielė Labanauskaitė

Es lesen Steffen Gangloff, Simon Labhart, Nadja Rui, Marco Sykora und Magdalena Wabitsch
Einrichtung Jürgen Popig, Florian Huber

Gabriele Labanauskaite

»Neues Zuhause – neues Leben«, das hofft Juste. Bei der Trennung von ihrem Mann Domas hat sie nicht nur ihre Wohnung, sondern auch einen großen Teil ihres Erbes, das sie in diese investiert hat, verloren. Auf sich selbst zurückgeworfen, muss sie nun vor allem eines tun: eine neue Wohnung finden. Zunächst sieht alles gut aus, doch dann gerät sie immer mehr in die tückischen Fallen des Immobilienmarktes. Nach und nach beginnt sie zu begreifen, dass sich der Wert ihres Lebens aus ihrer Kreditwürdigkeit ableitet.

Mit feinem Humor und scharfer Beobachtung entlarvt Gabrielė Labanauskaitė in ihrer Tragikomödie, wie eigene Wünsche von stereotypen Vorstellungen vom idealen Leben vorgeprägt sind, derer sich die Immobilienbranche in allen Teilen ihrer Infrastruktur bedient, und zeigt den Mechanismus der kapitalistischen Falle auf, deren Opfer vor allem sozial und finanziell schwächer gestellte Menschen sind.


Gabrielė Labanauskaitė,
geboren 1980, ist Autorin und unterrichtet Szenisches Schreiben an der Theaterakademie in Vilnius. Ihre Stücke wurden bereits in Litauen, Finnland, Schweden und Großbritannien gespielt und mit Preisen ausgezeichnet.

Termin

Sa 2 Mai
Entfällt
13.30 Uhr > Alter Saal

Internationaler Autor*innen­wettbewerb Litauen

Texte von Ieva Stundžytė, Matas Vildžius und Gabrielė Labanauskaitė

Termine ausblenden
Änderungen vorbehalten