Theater und Orchester Heidelberg

Jedermann (stirbt)

von Ferdinand Schmalz in der Regie von Daniel Foerster; Schauspielhaus Graz

Der erfolgreiche Börsenspekulant Jedermann gibt in seinem Garten ein Fest. Angesichts der Erfolge, die er zu feiern hat, stört ihn wenig, dass draußen ein Krieg ausgerufen und mit Toten gerechnet wird – sein Besitz ist von einer hohen Mauer umgeben. Die gute Gesellschaft ist eingeladen, ebenso die Verwandtschaft. Uneingeladen stoßen der »arme nachbar gott« und die »buhlschaft tod« dazu. Doch bald ringt Jedermann mit dem Sterben – und mit der Frage, was von einem Leben übrigbleibt, das ganz auf das Hier und Jetzt ausgerichtet ist.

Das mittelalterliche Gleichnis vom Menschen, der vom Tod geholt wird und vor Gott Rechenschaft über sein irdisches Leben ablegen muss, ist vor allem durch Hugo von Hofmannsthal bekannt, dessen »Jedermann« aus dem Jahr 1911 jeden Sommer vor dem Salzburger Dom mit Staraufgebot zum Besten gegeben wird. Die neueste Version des Stoffes stammt von Ferdinand Schmalz, der 2018 dafür den Nestroy-Theaterpreis als bester Autor erhielt. Er verwandelt den alten Topos von Leben, Sterben und Sexualität des Menschen in ein zeitgenössisches Gaukler-Party-Spiel über die Gier der Finanzmacht, der die Angst vor dem Nichts und die unangenehmen Fragen nach der eigenen Verantwortung in einer sich mit immer höheren Zäunen schützenden Ersten Welt im Nacken sitzt.

Die Uraufführung von »jedermann (stirbt)« war 2018 am Burgtheater Wien.

Besetzung

Regie Daniel Foerster ǀ Bühne und Kostüme Mariam Haas, Lydia Huller ǀ Musik Jan Preißler ǀ Dramaturgie Jan Stephan Schmieding
Mit Henriette Blumenau, Fredrik Jan Hofmann, Katrija Lehmann, Nico Link, Raphael Muff, Evamaria Salcher, Lukas Walcher

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Jedermann (stirbt)