Theater und Orchester Heidelberg

Michael Kohlhaas

nach Heinrich von Kleist
In einer Bearbeitung von Franziska Steiof

14+

Der Pferdehändler Michael Kohlhaas ist auf dem Weg zum Markt in Dresden. Doch an der Grenze vom Brandenburgischen ins Sächsische wird er an der Burg des Freiherrn von Tronka aufgehalten. Ohne Passschein kann Kohlhaas nicht weiter – es sei denn, er hinterlässt zwei seiner schönen Rappen als Pfand. Kohlhaas willigt ein. In Dresden angekommen, begibt er sich auf die Geheimschreiberei, um den Passschein zu erhalten. Doch hier hat niemand von einem Passschein oder gar einem neuen Gesetz gehört – und dies ist nicht die letzte Ungerechtigkeit, die Kohlhaas widerfährt. Er möchte Gerechtigkeit durchsetzen – auch um den Preis der Gewalt. Der Name »Michael Kohlhaas« steht für Zivilcourage und gleichzeitig für fanatisches Gerechtigkeitsstreben. Kleist hat eine Figur geschaffen, die für ihre Gerechtigkeit bis zum Äußersten geht. Doch ab welchem Moment schlägt der Kampf für Gerechtigkeit selbst in Ungerechtigkeit um?
Die Inszenierung ist Teil eines Austauschs mit dem Youth Theatre of Uzbekistan in Taschkent. Während Obid Abdurakhmanov, ein junger usbekischer Regisseur, mit unseren Schauspielern das Stück inszeniert, erarbeitet die Leiterin des Jungen Theaters Franziska-Theresa Schütz in Usbekistan ebenfalls eine Inszenierung von Michael Kohlhaas. Im Frühjahr 2016 sind Austauschgastspiele geplant.

Besetzung

Bilder


Pressestimmen

  • Die Textfassung nehme Kleist ernst, schreibt Volker Oesterreich in der Rhein-Neckar-Zeitung (11.12.2015), der »Sprachglanz der Novelle« kontrastiere mit der Bühnenmusik und den Videos: »Ein atmosphärischer Bildteppich, der über die Metallspinde des Bühnen- und Kostümbildners Philipp Kiefer huscht.« Massoud Baygan gebe »der Kohlhaas-Figur die nötige Profilschärfe zwischen Rechtschaffenheit und Entsetzlichkeit«. Respekt zollt der Kritiker auch den beiden anderen Darstellern, Julia Lindhorst-Apfelthaler und Pedro Stirner, die »in Nullkommanichts Kostüme und Requisiten wechseln« und »jede Menge Figuren verkörpern«: »Das wirkt alles ganz leicht und routiniert, ist aber eine Heidenarbeit.« Beim Premierenpublikum sei der Abend »ausgezeichnet« angekommen.

Partner und Sponsoren