Theater und Orchester Heidelberg

Nathan der Weise

Ein dramatisches Gedicht von Gotthold Ephraim Lessing

Ein christlicher Tempelherr hat während der Abwesenheit des Juden Nathan aus Jerusalem dessen Tochter Recha das Leben gerettet. Recha glaubt an ein Wunder, nicht so ihr rationaler Vater. Der Retter selbst hätte der Tochter eines Juden eigentlich nicht weiter gedacht, als er ihr jedoch vorgestellt wird, verliebt er sich Hals über Kopf. Auch der Tempelherr verdankt seine Rettung einem wundersamen Gnadenakt: der muslimische Herrscher Sultan Saladin hatte ihn als einzigen Gefangenen begnadigt, weil ihn das Gesicht des jungen Christen an seinen verstorbenen Bruder erinnerte. Nathan ist bereits von den finanziellen Engpässen des Sultans unterrichtet, als dieser ihn zu sich ruft. Doch statt den wohlhabenden Nathan direkt um einen Kredit zu bitten, stellt Saladin Nathan mit der Frage nach der »wahren Religion« auf die Probe. Nathans Antwort mit der Ringparabel wird nicht nur vom Sultan als Plädoyer für die Gleichberechtigung der drei monotheistischen Weltreligionen interpretiert. Einer Hochzeit Rechas mit dem Christen stellt sich Nathan trotzdem in den Weg. Welches Geheimnis hütet er mit dieser Weigerung?

Philip Tiedemann wirft einen neuen Blick auf Lessings Klassiker, der die Verständigung der Religionen ins Zentrum stellt. Etwas, das die Gegenwart nötiger hat denn je.

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Nathan der Weise

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • »Karg und klar« liege Lessings »Meisterwerk der Aufklärung« vor dem Betrachter, »betont schmucklos« sei die Heidelberger Inszenierung, was in »Zeiten von IS und Pegida überzeuge«: es brauche »keine Aktualisierungen, um brandaktuell zu sein«, so Stefan Benz im Darmstädter Echo (22.10.2016).