Theater und Orchester Heidelberg
Foto Julias Baumann

No Sex

von Toshiki Okada in der Regie von Toshiki Okada, Münchner Kammerspiele

Laut Umfragen der Japan Family Planning Assoziation spielt für die Hälfte aller japanischen Ehepaare Sex keine Rolle mehr, mehr noch: Knapp 50 % der unverheirateten 18- bis 24-Jährigen hatten noch nie Sex. Ist dieser Zustand ein systemisch hervorgebrachter Missstand oder ist es vor allem die Angst vor der Realität des intimen Moments mit einem echten Gegenüber, der in der virtuellen Welt viel einfacher scheint? Sind Liebesbeziehungen nur noch ein Stressfaktor für von langen Arbeitszeiten erschöpfte Menschen oder steckt in diesem »I would prefer not to« auch ein subversiver Akt gegenüber einer konsumistisch geprägten Begehrenskultur?

In seiner dritten Inszenierung an den Münchner Kammerspielen erzählt Toshiki Okada von vier jungen Menschen, die in einer Karaoke-Bar Liebeslieder singen und sich damit probeweise in eine ihnen unbekannte Welt einfühlen. Und von zwei nicht mehr ganz so jungen Menschen, denen die vier Jüngeren zunächst etwas komisch erscheinen. Sie sprechen einander mit den Namen von Zierpflanzen an und Sex scheint ihnen eine fremde Kulturpraxis zu sein. Doch dann beginnen beide Cluster miteinander ins Gespräch zu kommen. Wenn Sex die Vergangenheit wäre, wie sähe dann die Zukunft aus?

Besetzung

Regie Toshiki Okada | Bühne Dominic Huber | Kostüme Tutia Schaad | Musik Kazuhisa Uchihashi | Licht Pit Schultheiss | Dramaturgie Tarun Kade, Makiko Yamaguchi
Mit Thomas Hauser, Christian Löber, Stefan Merki, Annette Paulmann, Benjamin Radjaipour, Franz Rogowski

Videos

No Sex

Trailer der Münchner Kammerspiele