Theater und Orchester Heidelberg
Benedict Fellmer; Foto Ludwig Olah

Peer Gynt ist ein Anderer

nach »Peer Gynt« von Henrik Ibsen

Deutsche Fassung von Peter Stein und Botho Strauß unter Verwendung der Übersetzungen von Christian Morgenstern und Georg Schulte-Frohlinde

Empfohlen ab 15 Jahren

Wie erzählt man ein ganzes Leben auf der Bühne? Was macht einen Menschen aus und wie wird er sich dem eigenen Tod stellen? Henrik Ibsens dramatisches Gedicht »Peer Gynt« aus dem Jahr 1867 stellt nicht nur die großen Fragen an eine einzelne Biografie, sondern erzählt als gewaltiger Bilderbogen zudem eine Geschichte des 19. Jahrhunderts: Diese Welt dreht sich schneller. Die Auswirkungen des kühnen, brutalen Abenteuers Fortschritt spiegeln sich im Selbstverständnis des Einzelnen, der zwischen den Zwängen und Exzessen seiner Zeit in die Schatten stürzt, die die Psychoanalyse bereits vorauswirft.

»Peer Gynt ist ein Anderer« folgt dem gealterten Peer Gynt, den die Schlaglichter aus seiner Vergangenheit heimsuchen. Während er am Strand von Marokko noch versucht, das gelungene Leben des erfolgreichen Geschäftsmannes zu beschwören, schieben sich die Geister seiner Jugend immer wieder in sein Bewusstsein: Seine Mutter Aase, seine Geliebte Solveig und seine Begegnung mit den Trollen, die ihm einst das Lebensmotto »Troll, sei dir selbst genug!« einprägten. Als alter Mann kehrt Peer Gynt zurück in eine verkümmerte Heimat, getrieben von teuflischen Seelenfängern. Sein Wille jedoch, wahrhaft frei zu leben, bricht sich noch immer bedingungslos Bahn. Nur wie kann selbst die Fantasie, in ihrer lebendigsten, ihrer freiesten Form, sich diese Freiheit bewahren, ohne lediglich zu einem Ausweichen und zu Maßlosigkeit zu werden?

Alexander Charim inszeniert zum ersten Mal am Theater Heidelberg. 2016 wurde er mit dem Dr.-Otto-Kasten-Preis sowie dem Nestroy-Bundesländerpreis ausgezeichnet.

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Peer Gynt

Trailer von Thiemo Hehl

Pressestimmen

  • Volker Oesterreich bemerkt in der Rhein-Neckar-Zeitung (8./9. Dezember), »mit einfachsten inszenatorischen Mitteln und darstellerischer Kraft« sei es gelungen, den »gewaltigen Egotrip« Peer Gynts auf der kleinen Zwinger-Bühne zu konzentrieren. Regisseur Alexander Charim lade mit dem Ensemble zu einem Kopfkino ein, das gleich zweierlei sei: »ein irres, wirres, erkenntnishungriges Stationendrama rund um die Welt und eine Reise ins innerste Ich voller Symbolismen«. Wer sich auf den Abend einlasse, erlebe »eine intensive Ibsen-Inszenierung«.

     

    Der »flirrende Vielklang der Stimmen« setze die berühmte Gynt-Allegorie von der Zwiebel, die viele Schichten, aber keinen Kern enthalte, »eindrücklich in Szene« schreibt Martin Vögele im Mannheimer Morgen (10.12.2018) zum Ansatz, die Titelrolle auf mehrere Darsteller zu verteilen. Der Abend zeige neben »allerhand Schauwert« einen »vom Ensemble sehr gut gespielten theatralen Erkundungsritt, der mit Wucht, Fantasie und emotionaler Kraft das Gyntsche Ich-Labyrinth bereist«.

     

    Für Darmstädter Echo und Wormser Zeitung (8.12.2018) berichtet Stefan Benz über den »kühnen wie beherzten Zugriff« von Regisseur Alexander Charim, der das Ensemble »pfiffig und unerschrocken durch die Stürme eines vergeudeten Lebens« manövrieren lasse: »Wie die Heidelberger dieses ausufernde Drama schier überwältigen, das ist bei aller dramaturgischen Kühnheit stets auch eine schauspielerische Kraftanstrengung des Ensembles, die Respekt abnötigt.«