Theater und Orchester Heidelberg

Rumor

Oper in fünfzehn Bildern von Christian Jost

Libretto vom Komponisten nach dem Roman Der süße Duft des Todes von Guillermo Arriaga

In deutscher Sprache mit deutschen Übertiteln

Auftragswerk der Vlaamse Opera, Antwerpen
Uraufführung am 23. März 2012, Vlaamse Opera

»Was gesagt wurde, war kein Witz mehr, auch kein Gerücht, sondern eine neue, endgültige Wahrheit, die in jeder Minute wuchs, und die er immer schlechter erkennen konnte.«
Als Ramón den Mord an der jungen Adela entdeckt, sucht die Dorfgemeinschaft einen Schuldigen und einen Rächer – und findet beides sogleich; Ramón soll den vermeintlichen Mörder, einen Fremden, ermorden. Christian Jost (*1963), einer der erfolgreichsten deutschen Komponisten der jüngeren Generation, trat in den letzten Jahren mehrfach mit großen Musiktheaterwerken hervor. Seiner jüngsten Oper Rumor legte er einen mexikanischen Krimi des Hollywood-Drehbuchautors Guillermo Arriaga zugrunde, überhöhte jedoch den kriminalistischen und lokal verankerten Realismus hin zu archaisch anmutender Metaphorik. In sich verdoppelnden und überkreuzenden Bildern spielt er durch, wie die Gemeinschaft den Einzelnen mitreißt, wie Wirklichkeit kollektiv verhängt wird, bis Ursache und Wirkung, Täter und Opfer, Recht und Unrecht durcheinander fallen; erzählt in kraftvoller Theatralik und feiner psychologischer Zeichnung vom zweifelhaften Verhältnis einer Gesellschaft zur Wahrheit.

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RUMOR

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • Von einer »kongenialen Inszenierung« mit »spektakulärem Bühnenbild« berichtet Eleonore Büning in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (11.04.2014) und schreibt in ihrer Rezension weiter, Regisseur Fioroni treffe »gleich mit dem ersten Bild (…) ins Herz der Musik«. »Wunderbar« seien die Sänger, allen voran die »liebliche Sopranistin« Irina Simmes und der »strahlende Tenor« Namwon Huh. GMD Kamdzhalov riskiere viel, bringe das Orchester aber »zu Höchstleistungen« – dies wie auch die Regie machten den Abend »hörens- und sehenswert«.

     

    Eine »von A bis Z überzeugende« Inszenierung in »genialem« Bühnenbild, vom Publikum »mit Begeisterung aufgenommen«, sah Matthias Roth für die Rhein-Neckar-Zeitung (24.03.2014) und schreibt weiter, die Bühne sei »der wahre Dreh- und Angelpunkt und in ihrer Flexibilität der Szenenfolgen die eigentliche Perle der Inszenierung. Absolut sehenswert, zumal die Personenführung diese Möglichkeiten perfekt nutzt.« Großes Lob auch für den musikalischen Anteil des Abends: Kleinere Rollen seien »fabelhaft besetzt«, der Chor »bestens vorbereitet«, Irina Simmes als Adele eine »Idealbesetzung« und Namwon Huh ein »glaubwürdiger« Ramón. Komponist Christian Jost habe gezeigt, dass er »alle Register des Musiktheaters souverän ziehen« könne und das Philharmonische Orchester Heidelberg habe die »farbenreiche Partitur grandios« umgesetzt. Eine Deutsche Erstaufführung »nach Maß«, die sich »sehen und hören lassen« könne.

     

    Es sei »erstaunlich, was Operndirektor Heribert Germeshausen und das Theater Heidelberg hier erneut auf die Beine stellen«, schreibt Stefan M. Dettlinger im Mannheimer Morgen (22.03.2014). »Filmischen Realismus«, einen »Hauch Mystery, einen Hauch Twin Peaks« atme die Inszenierung des Regisseurs Lorenzo Fioroni, ein »surrealer« Abend zwischen »Thriller, Horror und Film Noir«, die sich hier manchmal gar zu »großer Kunst« mischten. Auch für ihn ist Irina Simmes eine »Idealbesetzung«, singe »wie eine Sirene, mit glockenklarem Klang, intelligenter Phrasierung und einer sicheren und betörend zarten Höhe«, Yordan Kamdzhalov entwickele mit dem Orchester »plastische, expressive Klänge, die psychologische Kraft entwickeln« und auch die anderen Sänger trügen zu einem »lang beklatschten Abend« bei.

     

    Für die Deutsche Bühne (22.02.2013) schreibt Detlef Brandenburg, der Abend sei »blutig und brutal, aber auch erfrischend frech und wunderbar überdreht – eine kühn zwischen Krimi, Gruselschocker, Mysterythriller und Massenpsychogramm wirbelnde Phantasmagorie.« Der »im wahrsten Sinne des Wortes tolle Opernabend« werde getragen vom »umwerfenden darstellerischen Elan der Sänger, vor allem von der phantastischen Bühnenpräsenz der Sopranistin Irina Simmes als Adela, die (…) den Irrwitz mit einer traumwandlerischen Selbstverständlichkeit zelebriert: eine große Leistung, auch vokal.« Lob auch für die anderen Sängerdarsteller: Namwon Huh (»viril, stabil und schlank«), James Homann (»beeindruckende Baritonwucht«), Anna Peshes (»großer Mezzo«) und auch den »extrem geforderten Chor«, der eine »echte Bravouleistung« vollbracht habe – es sei wieder einmal »erstaunlich, wie es das Theater Heidelberg unter seinem Operndirektor Heribert Germeshausen schafft, selbst so anspruchsvolle Werke tadellos durchzubesetzen.« Fazit der Kritik: »Die Oper Heidelberg hat manch größerem Haus wieder einmal gezeigt, was Mut und Professionalität in der Provinz vermögen. Chapeau!«

     

    Sopranistin Irina Simmes verhelfe der Adela »mit brillantem Gesang zu irisierendem Leben«, die tiefen Männderstimmen von James Homann und Wilfried Staber hätten »Biss und Kontur«, Winfried Mikus gäbe mit »unverwechselbar timbrierter Tenorstimme einen einprägsamen Jäger« ab, und das »gut aufgelegte Heidelberger Orchester« lebe die Musik »energisch« aus, lobt Eckhard Britsch die musikalische Leistung im Opernnetz (23.03.2014).

     

    Ein Abend, der »musikalisch keine Wünsche offenließ«, urteilt Manfred Langer auf Der Opernfreund.de (22.03.2014), »hochkonzentriert« gespielt habe das Philharmonische Orchester Heidelberg, »klangschön« der Opernchor. Namwon Huh attestiert er »Klarheit, sehr gute Diktion, Höhenfestigkeit«, James Homann einen »weich ansprechenden, voluminösen, kultivierten Bariton«, Wilfired Staber eine »prächtige volltönende Umsetzung«, Irina Simmes einen »sehr hellen klaren Sopran«, Anna Peshes »runden, schön geführten« Mezzo und Amélie Saadia »schönes schlankes Stimmmaterial«. Der sehr herzliche, langanhaltende Beifall für alle Mitwirkenden und den Komponisten« beweise auch, »dass zeitgenössische Oper heute ohne Vorbehalte angenommen« werde.

     

    Christian Josts Musik sei »handwerklich sehr versiert«, besitze »dramatische Kraft«, schreibt Frank Armbruster in der Stuttgarter Zeitung (24.03.2014), »und das von Yordan Kadzhalov dirigerte Heidelberger Orchester setzt die komplexe Partitur mit Präzision und Emphase in Klang.« Auch das »vokale Niveau« sei »hoch«: vor allem Irina Simmes, James Homann und Namwon Huh würden »überzeugen«.

     

    Im Darmstädter Echo (27.03.2014) bescheinigt Thomas Weiss dem Komponisten eine Partitur von »packender Dichte, die den eindreiviertelstündigen Abend ebenso trägt wie Josts Vermögen, für Stimmen zu schreiben.« Die Musik würde »auf hohem Niveau« gestaltet, vom Orchester wie von den Sängern: Namwon Huh könne »mit seiner tragfähigen Höhe und darstellerischen Kraft ebenso wie der glockenreine Sopran von Irina Simmes als Adela begeistern. Aufhorchen lassen auch Anna Peshes (…) und James Homann (…), wobei auch das weitere Ensemble und der von Anna Töller einstudierte Chor des Theaters Heidelberg überzeugen.«

     

    Von einem vokal »phantastisch besetzten« Abend berichtet Alexander Dick in der Badischen Zeitung (25.03.2014): »Irina Simmes‘ (Adela) leichtgängiger lyrischer Sopran, Namwon Huhs (Ramón) kräftiger, klar artikulierender Tenor oder Wilfried Stabers markanter Bass ragen aus einem potent besetzten Ensemble heraus, in dem der sehr homogene Chor eine weitere Glanzrolle spielt.« Fazit des Kritikers: Das Theater Heidelberg würde hier »nicht nur seinem Ruf als einem der innovativen, sondern auch künstlerisch bemerkenswertem Musiktheater der Republik gerecht«.

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