Theater und Orchester Heidelberg

Samurai

von Dirk Laucke

  • Archiv – Spielzeit 2013|14

  • Uraufführung

    Zwinger 1+

Harry ist nicht sehr besonders und er rüttelt auch nicht an den Säulen der Welt. Sogar sein bester Freund und Arbeitskollege Anton will nichts mehr von ihm wissen, seitdem Harry sich nicht am Lohnstreik beteiligt hat. Seine Tochter Jule kommt allenfalls noch vorbei, um sich Geld zu pumpen. Die Weihnachtsgeschenke für ihren Sohn, Harrys Enkel, liegen noch im Hochsommer eingepackt in Opis Schrank. Selbst der arme alte Schrank wurde mal besser, das heißt doppelt gebraucht – von Harry und seiner Frau Rita. Aber auch ihr begegnet Harry nur noch in seinen Alpträumen. Vielleicht ist das einzig Besondere, was Sie über diesen Harry erfahren, dass er mit Vollgeschwindigkeit gegen eine Leitplanke rast. Zur eigenen Verwunderung (wahrscheinlich) erwacht er in einem Krankenhaus, an dem vielleicht das einzig Überraschende sein exaltierter Bettnachbar Joseph Neumann ist: Arbeitsverweigerung scheint ihm erste Bürgerpflicht, und so mogelt er sich mit diversen Aufputschmitteln zur nächsten Krankschreibung wegen Herzrhythmusstörungen. Und dann wäre da noch Krankenschwester Karin Bachmann, die doch was Besonderes ist, für Harry auf jeden Fall. Das wär’s eigentlich schon über Harry, zumindest der Anfang der Geschichte. Und dass er eines besonders mag: Samurai. Aber das verrät ja schon der Titel. Dirk Laucke

Dirk Laucke, geboren 1982, studierte Szenisches Schreiben an der Universität der Künste Berlin. Er gewann den Kleist-Förderpreis 2006 für alter ford escort dunkelblau (Uraufführung am Theater Osnabrück) und wurde damit zu den Mülheimer Theatertagen und zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen. 2007 wählte ihn die Fachzeitschrift Theater heute zum Autor des Jahres. Seine Stücke werden unter anderem in Berlin, Dresden, Mülheim und Hamburg gezeigt. In der letzten Spielzeit war im Zwinger1 sein Rechercheprojekt Einigkeit und … zu sehen, das sich mit der derzeitigen politischen Situation der Sinti und Roma in Ungarn auseinandersetzt.

Besetzung

Bilder


Videos

SAMURAI

Trailer von Bernhard Kleine-Frauns

Pressestimmen

  • Harald Raab schreibt für die nachtkritik (24.11.2013) und die Rhein-Neckar-Zeitung (25.11.2013), die Höhepunkte des Abends würden vor allem durch die Schauspieler geliefert: Vor allem Olaf Weißenberg als Harry gestalte aus seiner Figur einen Charakter: »Dessen Tragikomik kommt rüber«, sein »Ringen um Würde« und den Mix aus »Prinzipientreu bis Lächerlichkeit« würde Weißenberg wohl dosiert zeigen: »Sein Dialog mit Anton (Clemens Dönicke) von Rollstuhl zu Rollstuhl beinhaltet die ganze Misere des Lebens zwischen vergeblichem Streben und grauer Wirklichkeit.« Dönicke habe einen »starken Auftritt« als »zugedröhnter Gast in Harrys Sushi-Runde«.

     

    Für das Darmstädter Echo (07.12.2013) berichtet Frank Barsch von einem Stück mit »guter tragikomischer Balance« auf der Zwinger-Bühne: »Regisseur Jens Poth lässt konsequent kein Häppchen auf dem Teller und Dirk Laucke bringt seinen mühsam aufgerichteten Helden dorthin zurück, wo er am Anfang war. Am Ende sind alle Figuren immer noch kaputt, aber sie haben ihre Probleme erkannt. Dass sie immer dann komisch werden, wenn sie ihre Verantwortung verleugnen, ist das Gute an Poths Inszenierung und an Dirk Lauckes Stück. Damit ist die Lage zwar ernst, aber nicht hoffnungslos.«

  • Für den SWR2 besuchte Eberhard Reuß die Uraufführungspremiere von Samurai. Seinen Bericht, gesendet am 26.11.2013 im SWR2 Journal am Abend, können Sie hier hören.

Partner und Sponsoren