Theater und Orchester Heidelberg

Schatten (Eurydike sagt)

von Elfriede Jelinek
Badisches Staatstheater Karlsruhe, Regie Jan Philipp Gloger

  • Archiv – Spielzeit 2014|15

  • Deutsche Erstaufführung Nominierung NachSpielPreis
    Marguerre-Saal+

im Anschluss Publikumsgespräch

Eurydike erzählt: Wie sie nach dem Biss der Schlange sterbend in das Totenreich der Schatten einzieht. Eurydike erinnert sich: Wie sie zu Lebzeiten als Autorin im Schatten des Sängeridols Orpheus stand. Eurydike erkennt: Wie unvermutet wohl sie sich jetzt als Schatten ohne Frau zu fühlen beginnt, verwandelt vom Objekt der Sehnsucht zum Nicht-Subjekt, aufgehend im Unbewussten und befreit von aller Fremdbestimmung. Nicht ihrem Körper, höchstens den Hüllen ihrer schönen Kleider trauert sie ein wenig nach. Doch dann rumort es oben in der Welt, die neugewonnene, noch ungewohnte Ruhe wird gestört: Unter großer öffentlicher Anteilnahme steigt Orpheus zu Eurydike hinab, um sie in das Leben – sein Leben – zurückzuholen, und Eurydike ist fassungslos. Sie will nicht mehr Orpheus’ Objekt der Begierde sein, entsagt der Leidenschaft. Der Mythos von Orpheus und Eurydike – erstmals erzählt aus der Sicht der Frau.

Der Regisseur Jan Philipp Gloger war 2012 mit Das Ding zum Heidelberger Stückemarkt eingeladen und hat bereits mehrere Texte der Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek inszeniert.

Die Uraufführung von Schatten (Eurydike sagt) war 2013 am Burgtheater Wien.

Besetzung

Regie Jan Philipp Gloger
Bühne und Kostüme Marie Roth
Musik Kostia Rapoport
Video Christoph Otto
Dramaturgie Brigitte A. Ostermann, Jens Peters
Mit Veronika Bachfischer, Ute Baggeröhr, Annette Büschelberger, Florentine Krafft, Lisa Schlegel